Echter Knoblauch-Schwindling, Sorte: "Richards Traum", Wildfund: BRD, Mycetinis scorodonius⭐⭐⭐

Dieser kleine heimische Würzpilz der gehobenen Küche entfaltet seinen überwältigen Duft bereits im Brutmaterial. 

Getrocknete Spitzenqualitäten aus Frankreich spielen in derselben Preis-Liga wie Trüffel, Morcheln und Co.

Seine Zucht gilt als sehr schwer, erst 2014 gelang einem Schweizer Pionier der Durchbruch. Vitale Reinkulturen 
dieser Art sind am Markt nur sehr schwer erhältlich.

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Echter Knoblauch-Schwindling, Sorte: "Richards Traum", Wildfund: BRD, Mycetinis scorodonius⭐⭐⭐

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Kurzportrait

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Name: Mycetinis scorodonius, Echter Knoblauchschwindling,  

Marasme à odeur de poireau (franz,)


Natürliches Vorkommen: Nordeuropa und Nordamerika

Schwierigkeitsgrad im Anbau: 8 von 10.

Verfahren: Steril auf einem Spezialsubstrat. Unsteril, aber experimentell auf Waldböden oder in Beeten. Anbauparameter zur Art finden Sie weiter unten.

Ertrag: Gering. 10-20% BE scheinen mit dem richtigen Substrat möglich.

Speisewert: 10 von 10, ein Delikatesspilz der Extraklasse.

Marktsituation: Getrocknete Wildfunde werden in Frankreich mitunter höher gehandelt als Morcheln oder Trüffel, Frischpilze aus Osteuropa werden am Markt nur gelegentlich angeboten. Preise variieren nach Herkunft und Qualität, liegen jedoch deutlich über denen von "normalen" Pilzen. Zuchtformen sind bisher nicht erhältlich. Von der DGfM als Speisepilz eingestuft.


Kulturlinie SE 100: Ein Wildfund aus Deutschland, aus dem Fundus des verehrten Richard Eibl. Finder und Erstbestimmer: Luca Stillger, DGfM. Inkulturnahme und Selektion: Richard Eibl. Erstkultivatoren der Linie: Richart Haedicke / Steffen Noack.

Bilder: 1. Eine Kultur meines Freundes Freimut Stephan. Danke für das Foto...
             2. Ein Wildfund, Foto Richard Eibl.
             3. Petrischalen mit dem Strain.

Produktdetails

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Produkt # 10001:  Petrischale 9 cm
(Auf ihre Bestellung extra frisch angelegt)

Steril hergestellte Reinkultur, frisch aus Urkultur mit definiertem generativen Status (hier P-3) übertragen. Gewachsen auf 30ml Vollmedium-Nährboden,
aus hochwertigen Laboragars hergestellt. Extrasteife Ausführung mit erhöhtem
Agar-Agar-Anteil, dadurch bleibt der Nährboden auch nach langer Lagerung schnittfest. 6-fach mit Parafilm versiegelte und im wiederverwendbaren Mikrofilterbeutel doppelt verschweißte Einmal-Petrischale aus Polystyrol.

Bei Versand nahezu vollständig besiedelt, frei von Kondenswasser und jeglicher Kontamination, dreifach hygienisch und bruchsicher verpackt. Im Lieferumfang enthalten sind zwei Verschlußstreifen aus Parafilm, mit denen Sie nach einer Entnahme des Myzels die Schale wieder zuverlässig versiegeln können.

Zur Beimpfung von Flüssignährböden, Körnerbrut, Dübeln oder anderen Vorkulturen. Auch zum Anlegen einer Langzeitkultur auf Schrägagar oder in sterilem Wasser bestens geeignet. Sie können damit auch ein sterilisiertes Endsubstrat beimpfen, allerdings wird die Besiedelung länger dauern als mit anderem Brutmaterial.

Zur Verarbeitung ist die Verwendung einer Impfbox, eines Bunsenbrenners
oder eines
Flowhoods zur Bewahrung der Sterilität zwingend erforderlich.
Eine ausführliche Anleitung zur Verarbeitung meiner Kulturen auf Petrischalen
finden Sie hier...
(Link)

Bei Lagerung um 2-4°C ist die Kultur mind. 6 Monate haltbar. 
Auf Ihre Bestellung hin FRISCH produziert, keine Lagerware.  
Lieferzeit 21-28 Tage.

Wissenswertes

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Allgemeines:
Ein hochgeschätzter Würzpilz. In feuchten Jahren gibt es reichlich Wildfunde, in den letzten Jahren blieben vielerorts Fruchtungen aber völlig aus. Selbst in guten Jahren ist die Wildsammlung eine Sache für echte Liebhaber. Zu anstrengend ist das Pflücken, zu gering die Ausbeute.

Zum geschmacklichen Wert und zur angeblichen Bedeutung unter französischen Feinschmeckern gibt es aber auch andere Aussagen. Manche beschreiben ihn als nur schwer genießbar und halten den ihm nachgesagten Ruf als exzellentem Würzpilz für einen Mythos. Tatsächlich wird in der französischen Fachliteratur der kulinarische Wert des Pilzes kaum erwähnt.

Spezialisierte Mykologen weisen schon länger darauf hin, daß es möglicherweise verschiedene Varianten des echten Knoblauchschwindlings gibt, die sich geschmacklich stark voneinander unterscheiden. Die von mir angebotene Linie zählt nach ersten Verkostungen ohne Zweifel zu den besseren Varianten.

👨‍🍳Das volle erdige, trüffelhafte und nur dezent, aber nachhaltig knoblauchhafte Aroma kommt am besten zur Geltung, wenn Sie die sorgfältig getrockneten Fruchtkörper im Ganzen verzehren. Der weltweite Erstzüchter beschwor mich, den Pilz als erstes im getrockneten Zustand auf einer in gutem Olivenöl angerösten Weißbrotscheibe zu probieren. Aber Achtung: Viele rohe Pilze gelten auch im getrockneten Zustand als schwer verdaulich, das wird mit diesem Pilz nicht anders sein. Köche empfehlen für Saucen und Suppen, den Pilz nicht mit Butter anzuschwitzen, sondern ihn nur einzuweichen und dem Fond/der Sauce erst am Ende zuzufügen. Sicherlich ist das Ergebnis auch immer von der Menge der verwendeten Pilze abhängig, wie bei allen Würzpilzen gilt der Grundsatz: Weniger ist oft mehr.

Zuchtverfahren:
Steriles  und eher mageres Waldboden-Streuzersetzer-Substrat aus Nadelhumus, Holzkompost und Heu mit höchstmöglicher Feuchte. So in etwa lautet die Substratbeschreibung des weltweiten Erstzüchters aus der Schweiz, dem wir alle eine grundsätzliche Einsicht in die Zucht des Pilzes  verdanken. Weitere bahnbrechende Entdeckungen in den letzten Jahren waren die Eignung von bestimmten Hartstroharten und ausgewählten torffreien Blumenerden. Zur Supplementation ist Hafer das Getreide der Wahl.

Vermehrungsweg über Petrischalen oder Flüssigbrut zu Körnerbrut, Einbrut des Endsubstrats bei 20-23°C, gefolgt von einer 3-4 wöchigen Reifephase. Fruchtung bei 17-20°C, ausreichendes Licht ist zur Farbbildung hilfreich.

Tricks und Kniffe:
Bei einer Pilzart, deren Erstkultivierung erst vor wenigen Jahren glückte, sind Nachbesserungen bei Substraten, Techniken und Kulturführung weiterhin möglich, die maximale Ertragsgrenze ist sicher noch nicht ausgereizt. Immer wieder wird darüber diskutiert, ob nicht ultrahohe Impfraten, bestimmte Bakterien, höhere CO²-Werte oder gar lebende Moos-Casings hilfreich sein könnten. 

Der Pilz  braucht offensichtlich ein sehr feuchtes Substrat und wird auch nur in sehr feuchter Umgebung (>90% RLf) fruchten.

 

Achtung: Pilz mit mäßig hoher Sporenentwicklung.
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. 
Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.