Königsknollenpilz, Herkunft: Österreich, Pleurotus tuberregium⭐⭐

Dieser Großpilz aus der Familie der Seitlinge bildet im Substrat knollenartige Überlagerungsformen, Sklerotien genannt. 

Man kann diese Knollen wie Frischpilze zubereiten oder sie 
in ein neues Substrat "verpflanzen".  Im weiteren Verlauf 
wachsen dann frische Pilze heran.

Eine wärmeliebende Art mit großem gesundheitlichen Potential, außerdem recht lecker.

Königsknollenpilz, Herkunft: Österreich, Pleurotus tuberregium⭐⭐

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Kurzportrait

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Name: Pleurotus tuberregium, King tuber, Königsknollenpilz

Natürliches Vorkommen: Ursprünglich wohl Australasien, inzwischen über Asien nach Zentralafrika, teilweise bis nach Südeuropa verbreitet.

Schwierigkeitsgrad im Anbau: 2 von 10.

Verfahren: Unsteril auf pasteurisierten Laubholz-oder Strohsubstraten.
Steril auf angereicherten Schüttsubstraten. Präzise Anbauparameter zur Sorte finden Sie weiter unten.

Ertrag: 80% BE möglich.

Speisewert: 7 von 10

Marktsituation: Echte Fruchtkörper oder Sklerotien, ob gezüchtet oder aus Wildfunden, werden am deutschen Markt nicht angeboten. Die DGfM führt den Pilz nicht als Speisepilz.


Vitalwert: 7 von 10


Kulturlinie SE 134: Ein Strain aus dem Bestand einer kleinen, leider nicht mehr existierenden österreichischen Brutmanufaktur. Herkunft unbekannt, wahrscheinlich Zentralafrika.

Produktdetails

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Produkt # 13401:  Petrischale 9 cm
(Auf ihre Bestellung extra frisch angelegt)

Steril hergestellte Reinkultur, frisch aus Urkultur mit definiertem generativen Status (hier P-5) übertragen. Gewachsen auf 30ml Vollmedium-Nährboden,
aus hochwertigen Laboragars hergestellt. Extrasteife Ausführung mit erhöhtem
Agar-Agar-Anteil, dadurch bleibt der Nährboden auch nach langer Lagerung schnittfest.  

Mehrfach mit Spezialfilm versiegelte und im wiederverwendbaren Mikrofilterbeutel doppelt verschweißte Einmal-Petrischale aus Polystyrol.

Bei Versand nahezu vollständig besiedelt, frei von Kondenswasser und jeglicher Kontamination, dreifach hygienisch und bruchsicher verpackt. Im Lieferumfang enthalten sind zwei Verschlußstreifen aus Parafilm, mit denen Sie nach einer Entnahme des Myzels die Schale wieder zuverlässig versiegeln können.

Zur Beimpfung von Flüssignährböden, Körnerbrut, Dübeln oder anderen Vorkulturen. Auch zum Anlegen einer Langzeitkultur auf Schrägagar oder in sterilem Wasser bestens geeignet. Sie können damit auch ein sterilisiertes Endsubstrat beimpfen, allerdings wird die Besiedelung länger dauern als mit anderem Brutmaterial.

Zur Verarbeitung ist die Verwendung einer Impfbox, eines Bunsenbrenners
oder eines
Flowhoods zur Bewahrung der Sterilität zwingend erforderlich.

Bei Lagerung um 2-4°C ist die Kultur mind. 6 Monate haltbar. 
Auf Ihre Bestellung hin FRISCH produziert, keine Lagerware.  
Lieferzeit 21-28 Tage.

Wissenswertes

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Allgemeines: Obwohl zur Gattung Pleurotus gehörig, hat dieser Pilz mit anderen Seitlingen wenig gemein. Er wurde früher unter den Sägeblättlingen geführt und hat tatsächlich auch mehr Ähnlichkeit mit Pilzen dieser Gattung. Der Pilz entwickelt große Fruchtkörper mit langem, festen Stiel und trichterförmigen Hüten.

Die Besonderheit der Art: Sie bildet als Vorstufe zu den eigentlichen Fruchtkörpern sogenannte Sklerotien, auch Nebenfruchtform genannt. Diese Knollen, oft auch als Trüffel bezeichnet, können direkt verzehrt oder aber auch als Brutmaterial
eingesetzt werden.

In Zentralafrika spielt der Pilz eine gewisse Rolle bei der Versorgung mit Frischpilzen. Dort gelten sowohl Sklerotien als auch Fruchtkörper als geschätzte Speise und werden in der "Kräutermedizin" vieler Stämme benutzt.

Leider wird der Pilz noch immer von einigen Autoren als "Tiger Milk mushroom" bezeichnet. Dieser Name ist jedoch dem ausschließlich im asiatischen Raum vorkommenden Porling Lignosus rhinocerus vorbehalten.

Angeblich wurden Sklerotien dieser Art bereits im antiken Rom angeboten. Dort waren sie wohl in den pilzarmen Wintermonaten eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan. Leider lassen sich die Quellen nicht verifizieren.

👨‍🍳Die "Trüffel" dieser Art sind saftig, wohlschmeckend und sehr gesund. In Zuchtbeuteln gezüchtete Exemplare können die Größe eines Apfels erreichen und dürfen ausnahmsweise vor der Zubereitung abgewaschen werden, um Substratreste zu entfernen. Ein Pinsel eignet sich jedoch besser dazu.

Zuchtverfahren: Unsteril und steril auf pasteurisierten bzw. sterilisierten Substraten auf Laubholz/ Strohbasis mit entsprechender Supplementierung. Stroh aus Getreide, Hanf, Raps oder Lein, Laubholzspäne aus Buche oder Eiche. Verschiedene Zuschläge aus Getreide oder pflanzlichen Erzeugnissen (Abfälle von Hülsenfrüchten wie von Soja oder Erbsen), Luzerne, Leinsaat und Kaffeesatz  erscheinen denkbar und erprobungswürdig..

Weitervermehrung über Getreidebrut, Flüssigmyzel als Zwischenstufe ist geeignet. Warme Einbrut von Körnern und späterem Substrat, warme Fruchtung. Komplett dunkle Kulturführung ist angezeigt, wenn man nur die Trüffel ernten möchte. Der Pilz ist von der Geschwindigkeit auf Nährböden und Substraten her nicht mit anderen Seitlingen zu vergleichen, ist aber nicht wählerisch und aggressiv genug, um problemlos auch unsterile Substrate zu erobern.

Da keine eigenen Anbauversuche erfolgt sind, verweise ich auf dieses paper der Uni Lüttich aus dem Jahr 2019. Link... Erfolgreiche Anbauversuche von Hobbyisten finden sich auch in einschlägigen internationalen Pilzzuchtforen.

Tricks und Kniffe: Wenn Sie vor der Bildung von Fruchtkörpern die Sklerotien entnehmen, können Sie diese sogar ins feuchte Erdreich verpflanzen, aus dem schon bald neue Pilze sprießen werden, richtige Rahmenbedingungen vorausgesetzt.

Achtung: Pilz mit hoher Sporenentwicklung.
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.