Pioppino, Südlicher Ackerling "Samthaube" Kulturhybride,Herkunft: Italien, Cyclocybe cylindracea⭐

Der südliche Ackerling gilt als anspruchsloser und leicht 
zu kultivierender knackiger Sommerpilz.

Schon im antiken Rom war bekannt,  wie sich der Pilz erzeugen lässt. Kann als einer der wenigen Zuchtpilze geschmacklich 
mit Waldpilzen mithalten.

Diese wärmeliebende Art liefert keine Höchsterträge, 
dafür gilt die Kulturführung als unkompliziert.

Pioppino, Südlicher Ackerling "Samthaube" Kulturhybride,Herkunft: Italien, Cyclocybe cylindracea⭐

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Kurzportrait

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Name:  Cyclocybe cylindracea, syn. Agrocybe aegerita, "Samthaube" (Phantasiename), Pappelpilz, Südlicher Ackerling, Black Poplar, Pioppino, Yanagi-matsutake.

Natürliches Vorkommen: Wärmere Zonen der Nordhalbkugel, Mittelmeerraum, südl. USA und Asien. Saprobiont auf Laubholz.

Schwierigkeitsgrad im Anbau: 2 von 10.

Verfahren: Unsterile Zucht auf pasteurisierten Substraten oder auf Stammholz.
Steril auf angereicherten Substraten, bevorzugt aus Buche und Pappel. Gedeiht mit weniger Ertrag und leichten Einbußen beim Geschmack und der Konsistenz auch auf einem Substrat aus 50% Stroh. Präzise Anbauparameter zur Sorte finden Sie unten.

Ertrag: bis 80% BE möglich.

Speisewert: 8 von 10.

Marktsituation: Frische Pioppini sind in Deutschland ganzjährig als Zuchtpilz verfügbar, aber leider nicht überall zu haben. Beste Qualität kommt von deutschen Bio-Erzeugern, rechnen Sie mit mindestens €15.-/Kilo. Ware aus China, Korea oder Thailand ist meist deutlich billiger, aber nur selten wirklich frisch. In Asiamärkten auch als Trockenpilz erhältlich.

Sonstiger Wert: Pioppino bildet ein einzigartiges extrazelluläres Enzym, welches ein enormes biotechnologisches Potential besitzt.

Kulturlinie SE 025: Eine Erfolgslinie der internationalen Zuchtindustrie, in Belgien züchterisch veredelt.

Bilder: Alle Fotos zeigen den originalen Strain. Auf dem letzten Bild sehen Sie eine Mutation der Lamellen, ausgelöst durch einen CO²-Stau.

Produktdetails

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Produkt # 02501:  Petrischale 9 cm
(Auf ihre Bestellung extra frisch angelegt)

Steril hergestellte Reinkultur, frisch aus Urkultur mit definiertem generativen Status (hier: P-4) übertragen. Gewachsen auf 30ml Vollmedium-Nährboden,
aus hochwertigen Laboragars hergestellt. Extrasteife Ausführung mit erhöhtem
Agar-Agar-Anteil, dadurch bleibt der Nährboden auch nach langer Lagerung schnittfest. Mehrfach mit Spezialfilm versiegelte und im wiederverwendbaren Mikrofilterbeutel doppelt verschweißte Einmal-Petrischale aus Polystyrol.

Bei Versand nahezu vollständig besiedelt, frei von Kondenswasser und jeglicher Kontamination, dreifach hygienisch und bruchsicher verpackt. Im Lieferumfang enthalten sind zwei Verschlußstreifen aus Parafilm, mit denen Sie nach einer Entnahme des Myzels die Schale wieder zuverlässig versiegeln können.

Zur Beimpfung von Flüssignährböden, Körnerbrut, Dübeln oder anderen Vorkulturen. Auch zum Anlegen einer Langzeitkultur auf Schrägagar oder in sterilem Wasser bestens geeignet. Sie können damit auch ein sterilisiertes Endsubstrat beimpfen, allerdings wird die Besiedelung länger dauern als mit anderem Brutmaterial.

Zur Verarbeitung ist die Verwendung einer Impfbox, eines Bunsenbrenners
oder eines
Flowhoods zur Bewahrung der Sterilität zwingend erforderlich.

Bei Lagerung um 2-4°C ist die Kultur mind. 6 Monate haltbar. 
Auf Ihre Bestellung hin FRISCH produziert, keine Lagerware.  
Lieferzeit 14-21Tage.


Produkt # 02503:  Flüssigbrut 10 ml 

Steril im Bioreaktor hergestellte Flüssig-Reinkultur auf Basis einer Vorkultur mit definiertem generativen Status und einer Nährlösung aus natürlichen Zutaten.
Durch wiederholte Kontrollabstriche auf Reinheit geprüft. 

Unter Laborbedingungen in hochwertige Einmalspritzen (Braun Omnifix) aufgezogen, mit Luer-Lock-Stopfen sicher verschlossen, hygienisch sicher im Ziplockbeutel verpackt und sofort gekühlt. Die hohe Besiedelungsdichte der Nährlösung garantiert ein schnelles Anwachsen. Eine mitunter leichte Eintrübung oder Verfärbung des Myzels sind verfahrensbedingt. 

Zum Lieferumfang gehören außerdem: 

  • 2 Impfports zur einfachen Brutherstellung im Glas.
  • 2 Alkoholtupfer zum Abreinigen des Impfports. 
  • 2 steril verpackte extradicke Kanülen zur leichten Verarbeitung.
  • 2 steril verpackte Luer-Lock-Stopfen zum hygienischen Verschluss der Spritze.  


Zur Beimpfung von Flüssig-, Körner-, Substrat- oder Dübelbrut auch ohne aufwändige Steriltechnik. Auch zur direkten Beimpfung eines sterilen Endsubstrats geeignet, rechnen Sie aber mit einer verlängerten Einbrutzeit.
 
Durch die spezielle Behandlung des Myzels während der Herstellung ist Flüssigmyzel extrem schlagkräftig und zur schnellen und einfachen Beimpfung von Bruten und Substraten aller Art gut geeignet. Zur Linienerhaltung sollten Sie besser eine echte Reinkultur auf Petrischale erwerben. 

Eine Anleitung zur Verarbeitung meiner Flüssigbrut finden Sie hier...

Bei Lagerung um 2-4°C mind. 2 Monate haltbar.  
Sofort versandbereit, Lieferzeit 4-6 Tage 

Wissenswertes

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Allgemeines:
Ein Pilz, der in Europa nur im Mittelmeerraum vorkommt. Er befällt Totholz verschiedener Laubbäume, bevorzugt Pappeln. Man unterstellt ihm aber auch eine parasitäre Lebensweise, da er immer wieder auch an lebenden Bäumen gefunden wird.

Der Pilz schmeckt so vorzüglich, daß man ihn bereits seit 2000 Jahren kultiviert. Schon im alten Rom wußte man, daß man Pioppini durch das Aufreiben reifer Fruchtkörper auf präparierten Pappelstrünken züchten kann.
 
Sein Gehalt am Zellgift Ageritin macht ihn für die Tumorforschung interessant, sollte Sie aber davon abhalten, regelmäßig größere Mengen zu essen. In einer italienischen Studie zur Giftigkeit von Speisepilzen wird auf eine Häufung von Fällen gastrointestinaler Beschwerden nach dem Genuß der Pilze verwiesen, wenn nicht vorher zumindest der härtere Teil des Stiels entfernt wurde.

👨‍🍳Der Geschmack ist leicht süßlich und sehr aromatisch, mit einem Hauch Edelkastanie. Ein angenehm weicher, leicht blumiger Duft entwickelt sich, wenn sie die Pilze zerreiben. Die Struktur ist schön fleischig und fest. Die einzigartig knackige Konsistenz von nicht aufgeschirmten Fruchtkörpern erlaubt vielfältige Zubereitungsmethoden. Mir schmeckt der Pilz am Besten, wenn er sehr heiß und nur kurz gebraten wird. Verträgt sich gut mit Fisch und hellen Braten, aber auch mit Schmorgerichten und Curries.

Zuchtverfahren: Als fehlerverzeihender Träuschlingsverwandter lässt sich diese Art auch leicht von kompletten Anfängern züchten, solange man hygienisch und sauber arbeitet. Wächst mit leichten Einbußen an Qualität und Ertrag auch auf einfachen Substraten mit 50% Strohanteil. Beste Zuchterfolge mit sterilem Substrat auf Laubholzbasis. Gut geeignet ist  auch mein Standard-Substratrezept für Holzzersetzer. Verträgt bei der Indoorzucht auch trockenere Klimaten (80-85%) und leicht höhere Temperaturen als die meisten Zuchtpilze. Präzise Zuchtparameter finden Sie ganz unten.

Als gute Fruchtungsstrategie gilt, dem Pilz nur wenige Fruchtungsfenster zu lassen, um eine Büschelbildung anzuregen. Das Abkleben (Tapen) des Beutels erweist sich häufig als gute Methode, um Lufthöhlen zu vermeiden, in die der Pilz sonst einwächst.

Tricks und Kniffe: Pioppino gilt als notorischer Schnellfruchter, der bereits auf der Petrischale oder nur teilbesiedelten Substraten Fruchtkörper bildet. Die von Profis durchgeführte  Reifephase ist der Garant für einen Höchstertrag, sie muß aber angemessen kühl und in völliger Dunkelheit durchgeführt werden. Pioppini sind empfindlich gegenüber Fruchtungsreizen wie Licht und Frischluft und vertragen es nicht gut, während der Brut- und Reifephase zuviel bewegt zu werden.
Geben Sie der Kultur Luft und Licht, sobald sich die ersten braunen Pünktchen an der Oberfläche zeigen.

Leider ist die Art anfällig für Mutationen bei inkorrekter Kulturführung oder zu langer Einbrutphase. Und auch ein beliebtes Opfer von Pilzfliegen und Schnecken. Er kommt von den Erträgen her nicht an Austernpilze heran, ist aber eine feine Delikatesse, wenn Sie den Pilz ernten, bevor er aufschirmt.

Achtung: Pilz mit sehr hoher Sporenentwicklung !!
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. 
Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.

 

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