Chinesischer Wurzelrübling, "Chestnut royale", Kulturhybride aus China, Oudemansiella raphanipes ⭐⭐

Meine Kastanienkönigin ist ein Vitalpilz allererster Ordnung.
Bei uns ist Madame noch relativ unbekannt, das wird sich recht schnell ändern. Ihre Majestät gelangt aus dem Reich der Mitte zu uns, dort wird sie bereits im industriellen Maßstab angebaut. 

Auch kulinarisch eine Erfahrung der königlichen Art: Der Pilz hat ein individuelles nussiges Aroma und eine Konsistenz, die an zarten Spargel erinnert. 

Anzucht auf angereicherten Sägemehlsubstraten in Beuteln, Wannen und Stellagen. Sehr gut für ein größeres Gewächshaus.
Ganz gewiss ein Pilz mit Zukunft. Europäische Anbauer gibt es noch keine. Pioniere gesucht!

Chinesischer Wurzelrübling, "Chestnut royale", Kulturhybride aus China, Oudemansiella raphanipes ⭐⭐

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Kurzportrait 

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Name: "Kastanienkönigin", "Chestnut royale", "Black termite", "Heipijizong" (Handelsnamen),  Changgengu (chin.) Oudemansiella raphanipes. Die genaue Zuordnung ist kompliziert, noch wurde die Kultur nicht sequenziert. Der Pilz ist während der letzten Dekaden auch als Hymenopellis, Xerula oder Collybia bezeichnet worden und wird es heute noch. Es gibt einen Typenkomplex aus Arten dieser Gattungen, die sich als Kulturpilz sehr ähnlich sehen und verhalten.

Natürliches Vorkommen: Eine relativ seltene Art aus Ostasien, diese und die verwandten Arten aus Europa und Russland gelten als Zersetzer abgestorbener Wurzeln, aber auch vergrabener Äste und Stämme, mit leichten parasitischen Tendenzen.

Schwierigkeitsgrad im Anbau: 3 von 10. Gefragt sind die rechte Substratmischung,
Fruchtungsstrategie und ein funktionierendes Rezept für die benötigte Deckerde.
Ein gewisses Maß an Pionierarbeit und gründlicher Recherche ist erforderlich.

Verfahren: Steril auf angereicherten Laubholzsubstraten. Die Zucht auf Stämmen ist bisher nicht nachgewiesen, sie kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Temperaturführung:  Zwingend warm/ sehr warm   (20 -27°C)

Ertrag: 80% BE und mehr möglich.

Speisewert: 8 von 10.

Marktsituation: Frischpilze dieser Art sind als überteuerte chinesische Importware
in Deutschland gelegentlich erhältlich.

Vitalwert: 9 von 10. Es ist mittlerweile bekannt, dass Oudemansiella-Arten antioxidative, antimykotische, antimikrobielle und zytotoxische Eigenschaften haben und gegen Trypanosomatiden-Infektionen (Afrikanische Schlafkrankheit) wirken.

Kulturlinie SE 004: Ein Stamm aus aus einem belgischen Brutbetrieb,
von mir als P-1-Urkultur eingekauft.

Bilder: Kultivierte Fruchtkörper aus China und Kalifornien. Dank an Zhane Luk und Alan Rockefeller für die Aufnahmen.

Produktdetails

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Produkt # 00401: Petrischale 9 cm
(Auf ihre Bestellung extra frisch angelegt)

Steril hergestellte Reinkultur, frisch aus Urkultur mit definiertem generativen Status (hier: P-1) übertragen. Gewachsen auf 30ml Vollmedium-Nährboden,
aus hochwertigen Laboragars hergestellt. Extrasteife Ausführung mit erhöhtem
Agar-Agar-Anteil, dadurch bleibt der Nährboden auch nach langer Lagerung schnittfest. Mehrfach mit Spezialfilm versiegelte und im wiederverwendbaren Mikrofilterbeutel doppelt verschweißte Einmal-Petrischale aus Polystyrol.

Bei Versand nahezu vollständig besiedelt, frei von Kondenswasser und jeglicher Kontamination, dreifach hygienisch und bruchsicher verpackt. Im Lieferumfang enthalten sind zwei Verschlußstreifen aus Parafilm, mit denen Sie nach einer Entnahme des Myzels die Schale wieder zuverlässig versiegeln können.

Zur Beimpfung von Flüssignährböden, Körnerbrut, Dübeln oder anderen Vorkulturen. Auch zum Anlegen einer Langzeitkultur auf Schrägagar oder in sterilem Wasser bestens geeignet. Sie können damit auch ein sterilisiertes Endsubstrat beimpfen, allerdings wird die Besiedelung länger dauern als mit anderem Brutmaterial.

Zur Verarbeitung ist die Verwendung einer Impfbox, eines Bunsenbrenners
oder eines
Flowhoods zur Bewahrung der Sterilität zwingend erforderlich.

Bei Lagerung um 2- 4°C ist die Kultur mind. 6 Monate haltbar. 
Auf Ihre Bestellung hin FRISCH produziert, keine Lagerware.  

 

Produkt # 00402: Petrischale 9 cm aus Lagerbestand

Produkt wie oben beschrieben, jedoch aus Lagerbestand, sofort versandfertig.
Garantiertes Höchstalter des Produkts: 6 Monate.
 

Bei Lagerung um 2-4°C ist die Kultur mindestens 3 Monate haltbar.


 

Produkt # 00403:  Flüssigbrut 10 ml 

Steril hergestellte Flüssig-Reinkultur auf Basis einer jungen, frischen Vorkultur
(hier P-1) und einer Nährlösung aus natürlichen Zutaten. 
Wiederholt auf Reinheit geprüft. 

Unter Laborbedingungen in hochwertige Einmalspritzen (Braun Omnifix) aufgezogen, mit sterilem Stopfen verschlossen, hygienisch sicher im Ziplockbeutel verpackt und sofort gekühlt. Die hohe Besiedelungsdichte der Nährlösung garantiert ein schnelles Anwachsen. Eine mitunter leichte Eintrübung der Lösung oder eine Verfärbung des Myzels sind verfahrensbedingt. 

Zum Lieferumfang gehören außerdem: 

  • 2 Impfports  zur einfachen Brutherstellung im Glas.
  • 2 Alkoholtupfer zum Abreinigen des Impfports. 
  • 2 steril verpackte extradicke Kanülen zur leichten Verarbeitung.
  • 2 steril verpackte Luer-Lock-Stopfen zum hygienischen Verschluss der Spritze.  


Zur Beimpfung von Körner-, Substrat- oder Dübelbrut auch ohne aufwändige Steriltechnik. Sie können auch ein steriles Endsubstrat damit beimpfen,
rechnen Sie aber mit einer verlängerten Einbrutzeit.
 
Durch die spezielle Behandlung des Myzels während der Herstellung ist Flüssigmyzel extrem schlagkräftig und zur schnellen und einfachen Beimpfung von Bruten und Substraten aller Art gut geeignet. Zur Linienerhaltung sollten Sie besser eine 
Reinkultur auf Petrischale erwerben. 

Eine Anleitung zur Verarbeitung meiner Flüssigbrut finden Sie hier...

Bei Lagerung um 2- 4°C mind. 2 Monate haltbar.  

Wissenswertes

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Allgemeines:
Ein ostasiatischer Saprobiont mit leichten parasitischen Tendenzen, offensichtlich wärmeliebend. In der Natur oftmals scheinbar auf dem Erdboden fruchtend,
eigentlich spriesst der Pilz aber aus vergrabenen, abgestorbenen Wurzeln von Laubbäumen. Von über 20 bekannten holzzersetzenden Zuchtpilzen hat diese Gattung die genetisch besten Anlagen, Lignin zu zerlegen. Sie kann das viermal effektiver und nachhaltiger als z.B. ein Austernseitling.

Entfernte Verwandte gibt es auch in unseren Breiten. Der grubige Wurzelrübling, welcher auch bei uns vorkommt, kann vom Geschmack leider nicht mithalten, der Stiel ist auch oft zäh. Die zur selben Gattung gehörenden Buchenschleimrüblinge gelten vielen als zu schleimig (oder zu schön!) zum Essen.

Die in Fernost auch als "Black Termite" bezeichnete Schönheit hat in den letzten Jahren am asiatischen Markt stark an Popularität gewonnen, obwohl die Verwendung in der chinesischen Küche sogar eine gewisse Tradition besitzt. Der Pilz wird mittlerweile ausser in China auch in Thailand, Vietnam, Kambodscha und in den USA erzeugt. Mit echten Termitenpilzen (Termitomyces) hat diese Art jedoch ausser der Hutform nichts zu tun. Gründe für den Erfolg sind der gute Geschmack, die sehr spezielle Konsistenz, der "angespitzte" Look und eine gute Lagerfähigkeit. 

Wurzelrüblinge bilden tatsächlich etwas, das an eine lange Wurzel erinnert. 
Kultivierte Formen werden im Handel deshalb meist leicht angespitzt angeboten. 

Dadurch sieht der dunkle Pilz so aus, als wenn man damit Vampire töten könnte!
 

👨‍🍳Oft wird der Geschmack als eher untypisch beschrieben, auf jeden Fall schmeckt
er mild, nussig und ziemlich einzigartig. Hervorzuheben ist die Struktur mit einem ganz speziellen "Gnurps", der manche Esser an Spargel erinnert. Rezepte aus China deuten auf seine Eignung für Suppen und Schmortöpfe, ich bin mir aber sehr sicher, daß der Pilz auch gebraten ein Genuß ist.

Zuchtverfahren:
Noch ist im Westen wenig bekannt. Es gibt Hinweise darauf, daß der Pilz Eichenspäne bevorzugt. Als klassischer Holzzersetzer nimmt der Pilz auch auch andere lignin-zellulosehaltige Rohstoffe an. Asiatische Züchter berichten, daß sich abgetragene Kulturen anderer Pilze bestens als Co-Substrat eignen, weil der Pilz das Lignin besser aufspaltet als andere Pilze.  Maisspindeln und Trester werden ebenfalls immer wieder empfohlen.

Einzelkulturen in Beuteln werden sicher funktionieren, besser geeignet dürften Wannenkulturen, Stellagen (wie für Champignons) oder Außenbeete sein.
Über versuchte oder geglückte Stammfruchtungen ist mir bis jetzt nichts bekannt.

Der Pilz verträgt hohe Temperaturen (bis 26°C) während der Einbrutphase und Fruchtung, kann aber auch bei kühleren Werten ausgefruchtet werden.
Er braucht nur wenig Licht, dafür aber viel frische Luft, und kommt mit mäßig hohen Feuchtewerten (85-90% RLf) zurecht. Eine pasteurisierte Abdeckerde, auf die geöffnete Beutel- oder Wannenkultur aufgetragen, ist für diesen Pilz möglicherweise verpflichtend.

Tricks und Kniffe:
Lassen Sie die Pilze nicht zu groß werden, die Konsistenz geht schnell verloren.
Hier ist ein Link auf ein englischsprachiges Paper, aus China stammend. Es enthält viele wichtige Daten und Informationen zur Zucht des Pilzes.

Achtung: Pilz mit hoher Sporenentwicklung.
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.