Cordyceps, Puppenkernkeule, Kulturhybride, Herkunft: USA, Cordyceps militaris var.⭐⭐

Diesen nahen Verwandten des legendären Raupenpilzes aus dem Himalaya können Sie zuhause erzeugen! Diese beiden neuen, erst kürzlich erzeugten Linien werden zuverlässig fruchten, das ist keine Selbstverständlichkeit für die 
meisten am Markt gehandelten Kulturen.

Man arbeitet mit einem leicht umzusetzenden Spezialsubstrat auf Reis-Basis, auf die gelegentlich als Zutat empfohlenen Insektenlarven können Sie verzichten. Trotzdem gelten
tierische Proteine als Schlüsselelement. 
Eier und sogar Steaks werden nicht verschmäht. 

Die Zucht in geschlossenen Behältern mit sehr kleinen Substratmengen machen Anzucht und Handling auch 
für den unerfahrenen Grower relativ leicht. 
Ein Anbauraum mit Spezialklima ist nicht erforderlich!

Cordyceps, Puppenkernkeule, Kulturhybride, Herkunft: USA, Cordyceps militaris var.⭐⭐

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Kurzportrait 

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Name: Cordyceps militaris, Puppenkernkeule

Natürliches Vorkommen: Gesamte Nordhalbkugel

Schwierigkeitsgrad im Anbau: Mittel. Sie benötigen spezielle Gläser, die Sie selber leicht herstellen können und Sie müssen ein Spezialsubstrat zubereiten.
Ein Fruchtungsraum wird zur Zucht nicht benötigt, sie müssen aber
bestimmte Beleuchtungszyklen einhalten.

Verfahren: Auf einem Spezialsubstrat im geschlossenen Kulturbehälter.
Substrate und Verfahren erkläre ich Ihnen weiter unten.

Ertrag: bis 35% BE möglich.

Speisewert: Mildes Aroma. Der Pilz wird von vielen aber nicht wegen seines Geschmacks verzehrt, sondern wegen seiner ihm nachgesagten Wirkungen.

Vitalwert: 10 von 10

Marktsituation: In frischem Zustand sehr selten bei Spezialhändlern. 

Kulturlinien: SE 024A/ SE 024B Zwei ganz junge, ertragsreiche und inzwischen sehr populäre Hybriden aus den USA, gerade erst vom Original-Top-Breeder eingekauft.

Bilder: 1,2 und 3: Beispielbilder einer fruchtenden Kultur und des Kulturablaufs.
             4: Wildfund von Richard Eibl aus Freising, Bayern. Danke für die Bilder!

Produktdetails

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Produkt # 02403:  Flüssigmyzel 10 ml 

Steril hergestellte Flüssig-Reinkultur auf Basis einer jungen, frischen Vorkultur 
und einer Spezial-Nährlösung aus natürlichen Zuckern, Aminosäuren und Vitaminen. Wiederholt auf Reinheit geprüft. 

Unter Laborbedingungen in hochwertige Einmalspritzen (Braun Omnifix) aufgezogen, mit sterilem Stopfen verschlossen, hygienisch sicher im Ziplockbeutel verpackt und sofort gekühlt. Die hohe Besiedelungsdichte der Nährlösung garantiert ein schnelles Anwachsen. Die Eintrübung der Lösung rührt vom Verfahren und den Zutaten her. 

Zum Lieferumfang gehören außerdem: 

  • 2 Impfports  zur einfachen Applikation im Glas.
  • 2 Alkoholtupfer zum Abreinigen des Impfports. 
  • 2 steril verpackte extradicke Kanülen zur leichten Verarbeitung.
  • 2 steril verpackte Luer-Lock-Stopfen zum hygienischen Verschluss der Spritze.  
  • 1 Sterilisations-Teststreifen zum Testen Ihrer Sterilisations-Einheit.


Zur Beimpfung eines Cordyceps-Endsubstrates auch ohne aufwändige Steriltechnik.
Von einem weiteren Expansionsschritt über Flüssigmyzel oder zurück zu einer lagerfähigen Agarkultur möchte ich lieber abraten, da die Fruchtungsbereitschaft beim Cordyceps grundsätzlich sehr schnell nachlässt.

Bei Lagerung um 10-14°C mind. 2 Monate haltbar. Lieferzeit 8-15 Tage.

Wissenswertes

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Allgemeines: Cordyceps-Arten gehören zu den wenigen Pilzen, die sich mit parasitärer Absicht an Insektenlarven oder ausgewachsene Wirtstiere "andocken".
Der auch bei uns vorkommende Cordyceps militaris überfällt dazu im Boden abgelegte Puppenstadien bestimmter Nachtfalter. Sämtliche Cordyceps-Arten haben sich auf (mehr oder weniger) einen einzigen Wirt spezialisiert, manche Arten befallen lebende Ameisen, andere machen sich auch über größere Insekten her. Ich empfehle ein preigekröntes Video des BBC, in dem Sir Richard Attenborough den Lebenszyklus des "Zombiepilzes" anschaulich erklärt. (LINK zu Youtube/ nicht werbefrei)

Die dem Pilz nachgesagte Wirkung auf den menschlichen Organismus
(Stichwort: Das traditionelle Viagra des Ostens) liess den Preis für Wildfunde der nur im Himalaya vorkommenden Art Cordyceps sinensis auf astronomische Summen klettern. Noch vor 15 Jahren zahlte man an der Pilzbörse in Hongkong satte 30.000 Dollar für ein einzelnes Kilo. Die Art ist mittlerweile wegen Übersammlung als bedroht anzusehen, leider kann sie nur sehr schwer zur künstlichen Fruchtung gebracht werden.

Cordyceps militaris, ein naher, leicht züchtbarer Verwandter mit ähnlichem Potenzial wurde deshalb schon recht früh als Alternative angesehen. Dass wir heutzutage einen derart spezialisierten Parasiten so leicht austricksen können, verdanken wir den Chinesen, sie kamen dem Pilz als erste auf die Schliche. Die genaueren Bedingungen für eine Nachzucht hielt man aber lange streng geheim. 

Der Westen wurde erst 1993 neugierig, nachdem das weibliche chinesische olympische Laufteam nach mehreren neuen Weltrekorden enthüllt hatte, sie würden sich (völlig legal) mit dem Pilz "dopen". 2014 verkündete der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un noch, er würde die Welt schon bald mit einem aufputschenden Cordyceps-Energy-Drink beliefern, leider (oder zum Glück?) wurde nix daraus. Mittlerweile sind solche Drinks aus US-amerikanischer Produktion erfolgreich am Start, Cordyceps gilt als legaler Booster ohne Nebenwirkungen und mit großer Zukunft.

Die Anzucht dieses Pilzes gelingt tatsächlich nur mit einer geeigneten frischen Reinkultur, diese waren lange Zeit gar nicht oder nur extrem überteuert am Markt erhältlich. Erst seit ein paar Jahren wagen Pioniere aus den USA, das Monopol der asiatischen Erzeuger zu brechen, indem sie die westliche Welt permanent mit neuen, fruchtungsfähigen Hybriden beschenken und ihnen gleichzeitig das lange gehütete "Geheimrezept" zur Substratherstellung verraten. 

 
Die kommerzielle und auch hobbymäßige Nachzucht birgt nämlich ein spezielles Problem. Kernkeulen lassen sich durch Klonierung nicht besonders lange fruchtungsfähig erhalten. Cordyceps militaris verliert die Fähigkeit zur Fruchtbildung besonders schnell, nach 1 Jahr oder spätestens 5 Transfers auf ein neues Medium kommt er oft über eine bloße Myzelbildung nicht mehr hinaus, Fruchtkörper erscheinen dann keine mehr oder nur zaghaft und verzögert.

Deshalb müssen für eine laufende Produktion immer wieder neue Hybriden aus Ascosporen herangezogen werden, ein Verfahren, welches neben Wissen und  Erfahrung auch ein gut eingerichtetes Pilzlabor benötigt.

Zuchtverfahren: An dieser Stelle präzise Rezepte oder Verfahren vorzustellen erscheint mir unnötig, im Netz gibt es inzwischen hunderte von funktionierenden Rezepturen, das Märchen vom "Geheimrezept" ist zu Ende erzählt. Sie sollten sich vor der Anzucht trotzdem unbedingt erst gewisse Vorkenntnisse aneignen.

Die Anzucht dieses spezialisierten Parasiten verläuft grundsätzlich anders als bei Holz- oder Streuzersetzern. Der Pilz hat ein Wuchspotenzial, welches man bei "normalen" Pilzen nicht finden kann. Petrischalen sind innerhalb weniger Tage komplett orange verfärbt. Frisch angesetztes P-3 Flüssigmyzel muss nach spätestens 5 Tagen gekühlt werden, da es sonst förmlich "explodiert".

Als gängige Methode gilt die Technik, Reiskörner mit einer Spezial-Brühe aus verschiedenen Zutaten zu übergießen und diesen Mix dann zu sterilisieren. Idealerweise werden solche Kulturen mit Flüssigbrut beimpft. Sie brauchen hohe Gläser oder Mikroboxen mit feinem Sterilfilter. Der Pilz schlüpft dann im geschlossenen Behälter, der hohe CO²-Gehalt schadet ihm nur wenig.

Vorteile des In vitro -Verfahrens sind, daß die Pilze auch nach langer Kulturdauer
(60-75 Tage) hygienisch einwandfrei sind, weil sich keine Kontaminationen einschleichen können. Sie brauchen auch keinen klassischen Fruchtungsraum 
mit aufwändiger Klimasteuerung zur Anzucht. Nach erfolgter Besiedelung des Substrates wird der Pilz unmittelbar "abgeschickt", d.h. sofort in die Fruchtung überführt. Irgendwelche Reifephasen sind nicht einzuhalten.
 

  • Einbrutphase: 4-6 Tage bei völliger Dunkelheit und 20°-22°C.
  • Fruchtung bei 18°-20°C, Verwenden Sie zur Beleuchtung LED-Streifen mit 6500K und etwa 1000 lumen/Meter, 12 Stunden an, 12 Stunden aus. 


Die strikte Einhaltung der Beleuchtungsrythmen und der Lichtfarbe sind die Garanten für einen Erfolg. Beachten Sie, daß der Pilz durch Tageslicht gestört werden kann, wenn er sich in der Nachtphase befindet. Synchronisieren Sie die künstliche Beleuchtung mit der Tageslichtlänge, falls Sie nicht mit einem geschlossenen lichtdichten System arbeiten wollen.


Sorgen Sie im Raum trotzdem für einen hohen Luftaustausch, indem Sie regelmäßig die Fenster öffnen oder eine Abluftanlage installieren. Rechnen Sie mit einer Laufzeit von 55-60 Tagen, bevor Sie die Pilze ernten können.

In Asien wird der verbleibende "Substratkuchen" ebenfalls geerntet, getrocknet und später vermahlen. Ein Hühnerfutter der besonderen Art, die begehrte Cordycepinsäure findet sich später in den Eiern wieder.

Tricks und Kniffe: Substratrezepte mit getrockneten Raupen, Hühnereiern oder sogar ganzen Steaks finden sich bei erfolgreichen Züchtern im englischsprachigen Internet genauso wie zahlreiche Rezepte zur Herstellung einer Nährbrühe, mit der Sie rohen Reis tränken können, um zu Ergebnissen zu kommen. Diese Methode ist weit verbreitet und verspricht den sichersten Erfolg. Malzextrakt, Dextrose, Nährhefe, Tapiokastärke, Soyapepton, Gips und Kalk sind die Basis für eine solche Suppe, Kartoffelextrakte, Algen und bestimmte Chemikalien sind ebenfalls beliebt. Die Vorliebe des Pilzes für tierisches Protein macht viele Substrate und weitere Experimente denkbar.

Entscheidend für die Bildung von Fruchtkörpern sind die Rahmenbedingungen, vor allem die Belichtung im 12-Stunden-Takt sowie eine präzise Temperaturführung mit Werten unter 20°C. Bei höheren Temperaturen kann der Effekt eintreten, daß die Vorstufen von überwucherndem Myzel an weiterem Wachstum gehindert werden (der sog. "Overlay"-Effekt). Weil viele Züchter eher heizen wollen, statt kühlen zu müssen, ist der Winter für Interessenten sicherlich die bessere Zeit, um mit Cordycepsen anzufangen.

In der Facebook-Gruppe Cordyceps Cultivation Group ist die gesamte
US-amerikanische Zuchtprominenz am Start und zeigt alle paar Tage ihre Neuentwicklungen samt funktionierenden Substraten, Techniken und wertvollen Tipps. Unbedingte persönliche Empfehlung!


Achtung: Pilz mit Sporenentwicklung!
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung