Igelstachelbart, Sorte: "Der Belgier", Kulturform aus Belgien, Hericium erinaceus⭐
Dieser Delikatesspilz aus europäischen Wäldern macht schon länger
auch als Vitalpilz von sich reden. Leichter Anbau auf Laubholz-
und Misch-Substraten, aber auch an Stämmen.
Bei richtiger Kulturführung erhalten sie handballgroße Fruchtkörper, die jeden Pilzfreund strahlen lassen. Dieser international bekannte Strain liefert in mehreren Erntewellen Höchstertrag, benötigt aber eine moderat
kühle Kulturführung.
Mein beliebtester Igelstachelbart, kräftiges Aroma, keine Bitterkeit, anfängerfreundliche Zucht, sehr hoher Gehalt an Erinacin-A.
Preis enthält 7%MwSt.
Igelstachelbart, Sorte: "Der Belgier", Kulturform aus Belgien, Hericium erinaceus⭐
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Kurzportrait
Name: Hericium erinaceus, Pom Pom, Affenkopfpilz, Lions mane, Yamabushitake
Natürliches Vorkommen: Gemäßigte Zonen der Nordhalbkugel. Wundparasit und Saprobiont an Laubholz.
Schwierigkeitsgrad im Anbau: 2 von 10.
Verfahren: Unsteril auf pasteurisierten Laubholzsubstraten oder auf Stammholz. Steril auf angereicherten Schüttsubstraten. Präzise Anbauparameter für diese Sorte finden Sie weiter unten.
Temperaturführung: Moderat 16 - 20°C
Ertrag: bis 160% BE möglich bei mehreren Erntewellen
Speisewert: 8 von 10
Marktsituation: Igelstachelbärte werden mittlerweile öfter am Markt vorgehalten. Meist handelt es sich um Pilze aus Bio-Zuchtbetrieben. Rechnen Sie mit einem Preis von mindestens € 35.-/Kg für gute Qualitäten. Auch in getrockneter Form und in diversen Nahrungsergänzungsmitteln erhältlich, vornehmlich asiatischer Herkunft.
Vitalwert: 10 von 10. Einer der besten Vitalpilze unter der Sonne.
Kulturlinie SE 065: Die Weiterentwicklung eines erfolgreichen Stammes aus einem kleinen belgischen Pilzbetrieb. Dieser Stamm liefert den höchsten Ertrag verglichen mit meinen anderen Sorten,
er braucht dazu allerdings mehrere Erntewellen.
Bilder: Alle Darstellungen zeigen den originalen Strain. Dank an die Familie von Richard Eibl und an Christian Leitgeb für die Bereitstellung dieser Fotos.
Ähnliche Arten: Eine Aufstellung aller lieferbaren Stachelbart-Arten
(Hericium) finden Sie hier...
Produktdetails
Produkt #06501: Petrischale 9 cm
Steril hergestellte Reinkultur, aus Urkultur mit definiertem generativen Status übertragen. Gewachsen auf 25 ml Vollmedium-Nährboden, aus hochwertigen Laboragars hergestellt.
Extrasteife Ausführung mit erhöhtem Agar-Agar-Anteil, dadurch bleibt der Nährboden
auch nach langer Lagerung schnittfest. Mehrfach mit Spezialfilm versiegelte und im Mikrofilterbeutel verschweißte Einmal-Petrischale aus Polystyrol.
Bei Versand nahezu vollständig oder vollständig besiedelt, frei von Kondenswasser und jeglicher Kontamination, dreifach hygienisch und bruchsicher verpackt. Im Lieferumfang enthalten sind zwei Verschlußstreifen aus Parafilm, mit denen Sie nach einer Entnahme des Myzels die Schale wieder zuverlässig versiegeln können.
Zur Beimpfung von Flüssignährböden, Körnerbrut, Dübeln oder anderen Vorkulturen. Auch zum Anlegen einer Langzeitkultur auf Schrägagar oder in sterilem Wasser bestens geeignet. Sie können damit auch ein sterilisiertes Endsubstrat beimpfen, allerdings wird die Besiedelung länger dauern
als mit anderem Brutmaterial.
Zur Verarbeitung ist die Verwendung einer Impfbox, eines Bunsenbrenners
oder eines Flowhoods zur Bewahrung der Sterilität zwingend erforderlich.
Bei Lagerung um 2-4°C ist die Kultur mind. 6 Monate haltbar.
Lieferzeit: max. 28 Tage.
Produkt #06503: Flüssigbrut 10 ml
Steril hergestellte Flüssig-Reinkultur auf Basis einer jungen, frischen Vorkultur und einer Nährlösung aus natürlichen Zutaten. Wiederholt auf Reinheit geprüft. Unter Laborbedingungen in hochwertige Einmalspritzen (Braun Omnifix) aufgezogen, mit sterilem Stopfen verschlossen, hygienisch sicher im Ziplockbeutel verpackt und sofort gekühlt. Die hohe Besiedelungsdichte der Nährlösung garantiert ein schnelles Anwachsen. Eine mitunter leichte Eintrübung der Lösung oder eine Verfärbung des Myzels sind verfahrensbedingt.
Zum Lieferumfang gehören außerdem:
- 2 Impfports zur einfachen Brutherstellung im Glas.
- 2 Alkoholtupfer zum Abreinigen des Impfports.
- 2 steril verpackte extradicke Kanülen zur leichten Verarbeitung.
- 2 steril verpackte Luer-Lock-Stopfen zum hygienischen Verschluss der Spritze.
- 1 Streifen Sterilisations-Indikatorband
Zur Beimpfung von Körner-, Substrat- oder Dübelbrut auch ohne aufwändige Steriltechnik. Sie können auch ein steriles Endsubstrat damit beimpfen, rechnen Sie aber mit einer verlängerten Einbrutzeit.
Durch die spezielle Behandlung des Myzels während der Herstellung ist Flüssigmyzel extrem schlagkräftig und zur schnellen und einfachen Beimpfung von Bruten und Substraten aller Art gut geeignet. Zur Linienerhaltung sollten Sie besser eine Reinkultur auf Petrischale erwerben.
Eine Anleitung zur Verarbeitung meiner Flüssigbrut finden Sie hier...
Bei Lagerung um 2-4°C mind. 2 Monate haltbar. Lieferzeit: max. 7 Tage.
Produkt #06504: Körnerbrut 500 Gramm
Sie erhalten 500 Gramm (entsprechen aufgelockert etwa 750 ml) Körnerbrut auf Sorghum-Weizen-Basis. Nach mehrstufiger Vorbehandlung abgefüllt in hochwertige Zuchtbeutel, nach der Vollsterilisation unter Laborbedingungen mit einer sehr jungen Vorkultur beimpft und kontrolliert eingebrütet, danach bei 4°C gekühlt.
Verwendung für alle unsterilen und sterilen Verfahren oder zur Gewinnung von mehr Brutmaterial durch das G2G-Verfahren. Geliefert im Mikrofilterbeutel, gesondert verschweißt in einen PE-Beutel. Bewahren Sie die Brut bis zur Verwendung bitte im Kühlschrank auf. Lockern Sie vor der Verimpfung den immer noch versiegelten Beutel durch vorsichtiges Kneten/ Massieren/ Schütteln so auf, daß alle Körner vereinzelt werden. Dieser Vorgang kann einige Minuten dauern, da durch die Bewegung des Beutels erst langsam die zum Mischen benötigte Luft durch den Filter einströmt. Desinfizieren Sie den Beutel, die Arbeitsfläche und ihre Hände vor und während des Vorgangs großzügig mit 70%igem Isopropanol.
Ausreichend für etwa 5 Kg feuchtes, unsteril hergestelltes Substrat. Zur Verwendung bei sterilen Kulturen können Sie bei richtiger Arbeitsweise etwa 25 Kg feuchte Substratmasse beimpfen. Bei der Nutzung als G2G-Brutmaterial gewinnen Sie etwa die zehnfache Menge.
Bei Lagerung von 2- 4°C mind. 1 Monat haltbar, in der Praxis meist deutlich länger.
Lieferzeit max. 21 Tage.
Wissenswertes
Allgemeines:
Ein heimischer Pilz, inzwischen selten und bedroht, obwohl überall in Europa verbreitet.
Der Pilz kann seine eigentlich parasitäre Lebensweise auf saprobiontisch umstellen
und ist deshalb leicht züchtbar.
Die Wirkung auf das menschliche Gehirn und das Verdauungssystem sind Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Eine Freundin, die über längere Zeit Extrakte des Pilzes eingenommen hatte,
sagte, sie könne sich seitdem "besser ausdrücken". Ein Satz, bei dem jeder Neurologe mit
Alzheimer-Patienten ganz große Ohren bekommten müsste...
👨🍳 Igelstachelbärte gelten als Delikatesse, wer sie einmal probiert hat, versteht das sofort.
Manche vergleichen den Geschmack mit Hummern oder Krebsen, andere erinnert er an Haselnuss. Mein persönliches Lieblingsgericht: " Hamburger Crab Cakes", eine abgewandelte Form der in den USA sehr beliebten Zubereitungsmethode.
Gemacht aus fein zerrissenen frischen Pilzen, zur Bindung gemischt mit zerschlagenem Ei und Panko (oder gewöhnlichen Semmelbröseln, besser jedoch aus guten Brötchen selbstgeraspelt). Dazu ein paar feingehackte, geröstete toskanische (!) Haselnußkerne und etwas Krebs- oder Hummerfleisch, Nordseekrabben/ Shrimps oder feingewürfelter Räuchertofu (erst in Mehl wälzen, dann der Masse zufügen). Außer weissem Pfeffer oder rotem Chili keine weiteren Gewürze, Salz nach Bedarf. Abwandlungen mit anderen Zutaten/ Nüssen oder Gewürzen natürlich möglich...
Kurz durcharbeiten, kleine Brätlinge formen und in Butterfett heiß knusprig ausbraten. Dazu eine
"Sauce Lemonaise". Das ist eine mit einem Kaffirlimettenblätter-Auszug, frischen Limonensaft,
und superfein geschnittenen Kaffirlimetten-Blättern (gibts gefroren im Asia-Markt) veredelte
Sauce Hollandaise. Ein paar gute Kartoffeln und einen fruchtigen, bunten Salat dazu...
Jeder Gourmet wird auf Knien um ein nächstes Date betteln.
Zuchtverfahren:
Gute Zuchterfolge erzielen Sie auf meinem Standardrezept für Holzzersetzer. Besonders wichtig ist die Struktur des Substrats, es muß locker-fluffig sein und gut atmen können. Verwenden Sie nicht nur ganz feines, sondern auch mittelfeines Sägemehl, bevorzugt aus Buche. Igelstachelbärte können wie Austernpilze direkt nach der Besiedelung des Substrats in die Fruchtung gehen, sie brauchen keine Reifephase und oft nicht einmal einen Kälteschock. Die Verwendung von Fichtenheizpellets kann ausdrücklich empfohlen werden, Züchter berichten von Ertragssteigerungen bis 20%.
Tricks und Kniffe:
Igel gelten als frech und voreilig und fruchten manchmal völlig unkontrollierbar. Mitunter schon auf der Petrischale, auf nur teilweise besiedeltem Endsubstrat oder in völliger Dunkelheit. Sie sind sehr empfindlich, was zu hohe CO²-Werte angeht und schalten manchmal zurück in den Vegetationsmodus statt Fruchtkörper zu bilden, wenn die Werte eine kritische Marke überschreiten. Prüfen Sie früh genug, ob freigelegte Vorstufen wirklich bald Stacheln bilden. Unter falschen Bedingungen angebaut, können Igelstachelbärte allerlei Fehlformen entwickeln, die mitunter nur aus losem, weichen Luftmyzel ohne wirkliche Substanz bestehen. Für den Anbau unter einer kleinen Schutzhaube, wie ahnungs- oder gewissenlose Mitbewerber es Ihnen empfehlen, ist der Pilz NICHT geeignet.
Die Versorgung mit ausreichend Luftsauerstoff während der Fruchtungsphase ist für ein gutes Ergebnis essentiell!
Der häufigste Fehler, den Beginner im Hobby bei Stachelbärten machen, ist zu langes Warten. Zögern Sie nicht lange, eine voll besiedelte Kultur in die Fruchtung zu überführen. Rollen Sie den Beutel so zusammen, daß möglichst alle Luft durch den Filter herausgedrückt wurde, fixieren Sie dann den Beutelüberstand mit Klebeband. Angestrebt sind nur einzelne Fruchtkörper auf dem Substrat, lassen sie der Kultur besser nur wenige Fruchtungsfenster, idealerweise nur
kleine Schnitte an Stellen, an denen bereits frühe primordiale Formen (Verdickungen unter der Plastikfolie) zu erkennen sind.
Richtige Bärte erhalten sie, wenn der Pilz seitlich hängend ausfruchten kann. Beschweren Sie die Kultur dann rechtzeitig mit einem Gewicht, damit sie nicht umfällt. Bei der Fruchtung nach oben erhalten sie kugelförmige Pilze mit schönen Locken, echte "Pom-Poms" oder "Affenköpfchen".
Lassen sie die Igel nicht zu lange auf dem Substrat sitzen, solche Fruchtkörper schmecken
manchmal leicht bitterlich. Auch aus diesem Grund ist ein schneller Kulturverlauf vorteilhaft.
Fahren Sie 2 Tage vor der Ernte die Luftfeuchte auf etwa 80% herunter, damit die Pilze gut abtrocknen. "Nasse" Pilze bringen mehr Gewicht, sind aber lange nicht so gut lagerfähig und verlieren schneller an Geschmack. Stachelbärte brauchen Licht nur als Fruchtungsimpuls.
Nach der Primordienphase wächst der Pilz auch in kompletter Dunkelheit.
Achtung: Pilz mit Sporenentwicklung
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.