Zur Beimpfung mit Flüssigbruten, Agarkulturen oder anderen Vorbruten (G2G-Methode).
Zum erfolgreichen Ansatz reichen bereits 2-3 ml an Flüssigbrut, einige wenige Agarwürfelchen
oder etwa 50 Gramm Mutterbrut. Verwenden Sie bitte keine rohen Pilze zur Animpfung.
Bei Beimpfungstechniken, zu denen sie die Beutel öffnen und wieder versiegeln müssen (Agarstücke, Mutterbrut) ist eine sterile Arbeitsumgebung nötig. Verfahren Sie beim Verimpfen stets so sauber und so schnell wie möglich. Benutzen Sie eine Gasflamme oder einen vertikalen Warmluftstrom (z.B. eine geöffnete Ofenklappe, über der Sie arbeiten), wenn Sie keine Impfbox (SAB) oder einen Flowhood besitzen.
Flüssigbrut kann direkt in den Beutel gespritzt werden, ohne diesen zu öffnen.
Vorgehensweise: Nehmen Sie den Doppelpack 8 Stunden vor Benutzung aus dem Kühlschrank. Öffnen Sie den Vakuumbeutel sofort und stellen die Brutbeutel auf ein sauberes Küchenpapier. 8 Stunden später entfernen Sie zunächst den Klebestreifen, der den Beutel in Form hält. Keine Schere oder Klingen benutzen, bitte. Dann wird der Beutel auseinandergefaltet. Ziehen Sie zuerst den oberen Teil des Beutels straff nach oben, damit die erste Luft durch den Filter in den Beutel einströmen kann. Jetzt beginnen Sie vorsichtig, durch Drücken/Massieren/Kneten den Körnerblock aufzulockern. Dieser Vorgang kann einige Minuten in Anspruch nehmen, weil erst nach und nach die zum Mischen benötigte Luft durch den Filter einströmen muss. Am Ende muss der gesamte Inhalt frei schüttelbar sein und sich eine ansehnliche Luftkammer über den Körnern befinden, wenn sie den Beutel wieder aufrecht hinstellen.
Reinigen Sie jetzt den Impfport, in dem sie gleich die Kanüle versenken, kurz mit Isopropanol und einem sauberen Küchenpapier ab. Verimpfen Sie Ihre Flüssigbrut unmittelbar danach. Ob Sie danach den Beutel durchschütteln, hängt davon ab, wieviel Flümy Sie verimpft haben. Den schnellsten Erfolg sehen Sie, wenn Sie 10 ml verimpfen. Dann muß der Beutelinhalt lange und sorgfältig durchmischt werden. Bei geringeren Mengen ist ein Schütteln hilfreich, aber meist nicht zwingend notwendig, falls sich keine Flüssigkeit am Beutelboden absetzt.
Komprimieren Sie das Brutmaterial nach der Durchmischung kräftig und falten Sie dabei den Beutel wieder genauso zusammen, wie sie ihn bekommen haben. Drücken Sie dazu die überflüssige Luft langsam durch den Filter heraus (gute Gelegenheit für eine Schnupperprobe!) Fixieren Sie den gefalteten Beutelüberstand wieder mit einem Klebestreifen, um einen Feuchteverlust während der Einbrutphase zu minimieren. Der Beutel wird dann auch bei trockeneren Raumbedingungen gut durchwachsen.
Der zum Wachstum benötigte Sauerstoff ist während einer sorgfältigen Durchmischung durch den Filter in den Beutel hineingeströmt. Das Einschütteln des Impfmaterials bietet die Gewähr für einen optimalen Sauerstoffgehalt im Milieu. Ein weiteres Aufschütteln, wie bei Gläsern oft empfohlen,
ist nicht nötig.
Falls Sie den Beutel später doch lieber aufrecht stehend (mit hochgezogenem Beutelüberstand) einbrüten wollen, müssen Sie in der Brutkammer eine dauerhafte Luftfeuchte von mindestens 90% bereitstellen, da sonst u.U. die Oberfläche im Beutelinneren abtrocknet und nicht voll durchwachsen wird.