Allgemeines: Eine Art, die nur in Amerika vorkommt. Gelber Reishi bleibt bei richtiger Kulturführung lange weiß und wird später gelborange, aber nicht rot oder purpurn. Die genetische Nähe zu den wirkstoffreichen Reishis aus Fernost macht sich später in der Tasse oder im Extrakt bemerkbar.
Die Bitterkeit belegt den nachgewiesenen hohen Gehalt an Ganodermiksäure, den andere nordamerikanische oder europäische Arten nicht aufweisen können.
Die Fruchtkörper von Reishis enthalten nur wenig Wasser und schrumpeln bei der Trocknung deshalb nur wenig. Eine Verarbeitung zu Tee, Pulver oder Tinkturen erfordert eine maschinelle Zerkleinerung, die die meisten einfachen Kaffeemühlen, Gemüseraspeln oder Küchenmaschinen nicht leisten können. Die Struktur der trockenen Fruchtkörper ist mit zähestem Kork zu vergleichen. Ein Pulver aus dem Pilz zu gewinnen, ist ohne industrielle Technik nur extrem aufwändig zu realisieren, selbst ein Granulat mit 2-3 mm Körnergröße bedarf einer leistungsstarken Motorraspel.
Zuchtverfahren: Gedeiht gut bei Temperaturen ab 20°C und profitiert von noch wärmeren Klimaten bis 27°C. Schöne Ergebnisse erreicht man, wenn man den Pilz durch den Filter des Zuchtbehälters fruchten lässt, um nur einen einzigen Fruchtkörper zu erhalten. Auch das Wegbrechen von unerwünschten Fruchtansätzen führt zu einzelnen großen Pilzen. Ein auf Hochertrag ausgerichtetes Pinset besteht allerdings aus 5-6 Fruchtansätzen. Diese Sorte macht
unter CO²-lastigen Bedingungen gerade Geweihe mit wenigen Verzweigungen.
Kleine Side-Story: Ich erhielt den Stamm bereits 2013 vom Ursprungszüchter, er hatte aus einem von einem Mangobaum in Florida frisch gepflücktem Exemplar eine Reinkultur erzeugt und konnte schon früh fantastische Fruchtungserfolge zeigen. Sieben Jahre später ist ihm die Kultur nach einem technischen Unfall abgestorben. Ich hatte die Kultur über Jahre sicher eingelagert und war in der Lage, dem Freund seinen Stamm wieder verfügbar zu machen. Und so machte sich der Florida-Lackporling erneut auf die Reise über den großen Teich. So läuft das mit dem Myzel und seinen Freunden.... Verbindung ist Alles.
Verwenden Sie ein Hartholzsubstrat mit mäßigen oder hohen Zuschlägen aus Getreide und Kleie. Ein Anteil von 20-30% Weizenstroh(pellets) ist möglich, auch Hanf oder Lein werden gut besiedelt. Pelettiertes Lieschgras-Heu gilt unter Profis als ultimativer Booster. Dunkle Einbrut bei 22°-25°C, Dauer etwa 14-21 Tage. Eine kurze Reifezeit in leicht kühlerer Umgebung ist anzuraten, aber nicht zwingend erforderlich. Fruchtung dann bei 20°-27°C und anfangs hohen (92-95% RLf), später jedoch nur moderaten Feuchtewerten um 80-85%. Stammkulturen mit dieser Art sind nicht frostsicher und müssen während der Kälteperiode ins Haus.
Tricks und Kniffe: Gelber Reishi schlüpft oft genauso schnell wie die meisten asiatischen Arten und braucht keine überlange Reifezeit. Die Art profitiert von einem mit Zuschlagstoffen "aufgemotzten" Substrat. Mein Standard-Porlingssubstrat eignet sich bestens... Top- oder Side-Fruiting sind möglich, abhängig davon, ob Sie Geweihe (Top-Fruiting) oder Hüte produzieren wollen (Side-fruiting). Die Entstehung von Hüten ist wie bei nahezu allen Ganoderma-Arten an die Bereitstellung von ausreichend Frischluft und großflächige Beleuchtung gekoppelt. Geweihe erzeugen Sie eher in CO²-lastiger Atmosphäre oder im geschlossenen Beutel mit (schwächerem) punktuellem Licht.
Achtung: Pilz mit starker Sporenentwicklung !
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.