Austernseitling blau, Sorte: "Weihenstephan", Wildfund BRD, Pleurotus ostreatus var. columbinus⭐
Diesem hochkarätigen Wildfund können vom Tempo, dem Ertrag, aber auch vom Geschmack her viele hochbezahlte Hybriden der Zuchtindustrie nicht das Wasser reichen.
Sehr gute Erträge und der leichte Anbau machen diesen Pilz für Beginner attraktiv. Taubenblaue Austern wachsen außer auf Laubholz auch auf einer Vielzahl an Substraten, u.a. Stroh von Getreide, Hanf, Flachs oder Raps.
Diverse einfache unsterile Substrate sind geeignet, sogar Altpapier funktioniert prima. Bestens geeignet zur Stammbeimpfung, da winterfest.
Von einigen Autoren noch immer als eigene Art geführt, gilt der Pilz mittlerweile nur noch als "bunte" Variante des Austernseitlings.
Preis enthält 7%MwSt.
Austernseitling blau, Sorte: "Weihenstephan", Wildfund BRD, Pleurotus ostreatus var. columbinus⭐
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Kurzportrait
Name: Pleurotus ostreatus var. columbinus, Taubenblauer Seitling, Blue Oyster mushroom, Hiratake
Natürliches Vorkommen: Nahezu weltweit, Wundparasit und Saprobiont an Laubholz.
Schwierigkeitsgrad im Anbau: 1 von 10.
Verfahren: Unsteril auf pasteurisierten Laubholz-oder Strohsubstraten oder auf Stammholz.
Steril auf angereicherten Schüttsubstraten. Experimentell auf allen Arten organischer Substanz.
Präzise Anbauparameter zur Sorte finden Sie weiter unten...
Temperaturführung: Kühl - Moderat (10° -18° C)
Ertrag: 80% -250% BE möglich.
Speisewert: 7 von 10
Marktsituation: Wilde taubenblaue Seitlinge werden nicht am deutschen Markt angeboten. Zuchtformen sind oft erhältlich, werden aber selten als "blaue Auster" oder "Columbinus" deklariert.
Vitalwert: 7 von 10
Kulturlinie SE 121: Ein mehrfach über Sporenaussaat verjüngter Wildfund des verehrten Richard Eibl. Gefunden in Freising/ Bayern in der Nähe der ältesten Brauerei der Welt. Sehr schnell im Substrat, sehr schnell in der Fruchtung, feste Fruchtkörper, dünne Haut. Bläuliche Fruchtkörper hat diese Varietät allerdings nur in der Frühphase und bei kalter Kulturführung, später werden die Pilze grau.
Bilder: 1+2. Vollreife Trauben, 3+4. Jungstadien und Fruchtungen auf Agarnährboden
Alle Fotos aus dem Bestand der Familie Eibl, die mir diese aufwändig bearbeiteten Bilder dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat.
Produktdetails
Produkt # 12101: Petrischale 9 cm
Steril hergestellte Reinkultur, aus Urkultur mit definiertem generativen Status übertragen. Gewachsen auf 25 ml Vollmedium-Nährboden, aus hochwertigen Zutaten hergestellt. Extrasteife Ausführung mit erhöhtem Agar-Agar-Anteil, um eine Schnittfestigkeit auch nach langer Lagerung
zu garantieren. Mehrfach mit Spezialfilm versiegelte und im Mikrofilterbeutel verschweißte
Einmal-Petrischale aus Polystyrol.
Bei Versand nahezu vollständig oder vollständig besiedelt, frei von Kondenswasser und jeglicher Kontamination, dreifach hygienisch und bruchsicher verpackt. Im Lieferumfang enthalten sind zwei Verschlußstreifen aus Parafilm, mit denen Sie nach einer Entnahme des Myzels die Schale wieder zuverlässig versiegeln können.
Zur Beimpfung von Flüssignährböden, Körnerbrut, Dübeln oder anderen Vorkulturen. Auch zum Anlegen einer Langzeitkultur auf Schrägagar oder in sterilem Wasser bestens geeignet. Sie können damit auch ein sterilisiertes Endsubstrat beimpfen, allerdings wird die Besiedelung länger dauern
als mit einem anderem Brutmaterial.
Zur Verarbeitung ist die Verwendung einer Impfbox, eines Bunsenbrenners
oder eines Flowhoods zur Bewahrung der Sterilität zwingend erforderlich.
Bei Lagerung um 2- 4°C ist die Kultur mind. 3 Monate haltbar. Lieferzeit: max. 28 Tage.
Produkt # 12103: Flüssigbrut 10 ml
Steril im Mini-Bioreaktor hergestellte Flüssig-Reinkultur auf Basis einer Vorkultur mit definiertem generativen Status und einer Nährlösung aus hochwertigen Rohstoffen.
Mit verschiedenen Verfahren auf Reinheit geprüft.
Unter Laborbedingungen in hochwertige Einmalspritzen (Braun Omnifix) aufgezogen, mit fest eingeschraubtem Luer-Lock-Stopfen sicher verschlossen, hygienisch sicher im Ziplockbeutel verpackt. Dann sofort eisgekühlt, um den Stoffwechsel des Pilzes auszubremsen und ihn so
in den Winterschlaf zu schicken. Die hohe Besiedelungsdichte der Nährlösung und die Frische garantieren ein schnelles Anwachsen. Eine mitunter leichte Eintrübung oder Verfärbung
des Myzels ist verfahrensbedingt. Maximales Alter: 6 Monate, bei rabattiertem Verkauf
max. 12 Monate.
Zum Lieferumfang gehören ebenfalls:
2 Impfports zur einfachen Brutherstellung im Glas.
2 Alkoholtupfer zum evtl. Abreinigen des Impfports.
2 steril verpackte extradicke Kanülen (Marke Braun) zur leichten Verarbeitung.
2 steril verpackte Luer-Lock-Stopfen zum hygienischen Verschluss
1 Streifen Sterilisations-Indikatorband
Zur Beimpfung von Flüssig-, Körner-, Substrat- oder Dübelbrut auch ohne aufwändige Steriltechnik. Auch zur direkten Beimpfung eines sterilen Endsubstrats geeignet, rechnen Sie aber mit einer verlängerten Einbrutzeit.
Durch die spezielle Behandlung des Myzels während der Herstellung ist Flüssigmyzel extrem schlagkräftig und zur schnellen und einfachen Beimpfung von Bruten und Substraten aller Art
gut geeignet. Zur Linienerhaltung sollten Sie aber besser eine echte Reinkultur heranziehen.
Eine Anleitung zur Verarbeitung meiner Flüssigbrut finden Sie hier...
Bei Lagerung um 2-4°C mind. 3 Monate haltbar. Lieferzeit max. 7 Tage
Wissenswertes
Allgemeines:
Ein weitverbreiter, sehr wohlschmeckender Pilz. Er lebt zwar eigentlich parasitär, kann aber schnell auf eine saprobiontische Lebensweise umschalten und ist deshalb leicht züchtbar. Einer der Hauptgründe für seinen Erfolg liegt in seiner Fähigkeit, alle möglichen und unmöglichen Substrate aufzuschließen. Die Eigenart, diverse organische Abfälle verwerten zu können, macht ihn zu einer unverzichtbaren Nahrungsquelle gerade in der dritten Welt.
Man kann Austernpilze auf Bananenstümpfen züchten oder auf Altpapier. Sie wachsen auf Ihrer alten gekochten Jeans genau so gut wie auf eingeweichten Strohballen. Frische Klopapierrollen und Komposthaufen werden ebenfalls nicht verschmäht.
Die besondere Fähigkeit des Pilzes, ihn auf ein bestimmtes Substrat trainieren zu können, prädestiniert ihn für biologische Entseuchungen. Diese englisch als Mycoremediation bezeichnete Art von organischer Sanierung wird weltweit zunehmend untersucht.
Zuchtverfahren:
Wächst auf überbrühten Strohpellets und anderen einfachen Substraten sowie auf Stämmen und Stümpfen. Bei der Substratwahl sind Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt, Austernpilze verdauen diverse Rohstoffe, für die Sie vielleicht nicht einmal Geld bezahlen müssen. Beste Zuchterfolge erzielen Sie mit einem sterilen, gut angereicherten Substrat auf Laubholzbasis. Lange Einbrutzeiten müssen Sie nicht einplanen, der Pilz fruchtet meist unmittelbar nach erfolgter Besiedelung des Substrats.
Schöne Ergebnisse im herbstlich/winterlichen Außenbereich erreichen Sie auch mit dem Strohwurst- oder dem Eimer-Verfahren. Bevorzugte Fruchtungstemperatur des taubenblauen Seitlings liegt bei 10°C -16°C, hohe Feuchtewerte um 90% gelten in den ersten 2 Tagen als ideal, später drosseln Sie lieber auf etwa 85% RLf. Eine gute Farbgebung erfolgt nur bei entsprechender Beleuchtungsstärke.
Tricks und Kniffe:
Wie alle Seitlingsarten mag der taubenblaue Austernpilz neben einem guten Luftaustausch auch eine gute Luftbewegung (Fanning) im Zuchtraum.
Die Einhaltung eines CO²-Wertes unter 1000 ppm in der Raumluft und ausreichende Ventilation stellen sicher, daß sich die Fruchtkörper entwickeln, ohne dass der Stiel lang und damit zäh wird. Als klassische Seitenfruchter entwickeln sich die Fruchtkörper natürlicherweise büschelig und ohne viel Stielanteil.
Diese genetische Linie profitiert von einem 24-stündigen Kälteschock, den Sie unmittelbar vor der Öffnung der Kultur, dem sog. "Birthing" durchführen sollten.
Vermeiden Sie lieber, das Substrat zur Fruchtung großflächig zu exponieren. Damit fördern Sie nur die Bildung von Aborten, die sich nicht zu echten Pilzen entwickeln und die Kultur nur unnötig Kraft kosten. Mehr Ertrag haben Sie durch eine größere Oberfläche definitiv nicht. Außerdem trocknet die Kultur erheblich schneller aus. Nachträgliches Gießen sollten Sie während der ersten Erntewelle möglichst vermeiden. Es sei denn, sie wollen Bakterien, Hefen, Schimmel und Insekten
schon frühzeitig zum Pilzessen einladen...
Zur Einleitung von Folgewellen ist eine Nachbefeuchtung, bevorzugt durch einen Tauchgang, irgendwann nötig. Fangen Sie damit aber besser nicht zu früh an.
Öffnen Sie lieber nur wenige kleine "Fruchtungsfenster". Für ein ideal gestaltetes Pinset erhalten Sie wenige Tage nach Fruchteinleitung einzelne kleine Schwarmkolonien, die sich innerhalb von wenigen Tagen zu großen Büscheln auswachsen.Wenn Sie Behälter verwenden, bei denen der Pilz nur oben herauskommen kann (Gläser, Töpfe), legen Sie diese zur Ausfruchtung lieber auf die Seite,
damit der Pilz seitlich heraus wachsen kann.
Wenn Sie Zuchtbeutel verwenden, die Sie seitlich aufschneiden wollen, warten Sie nicht zulange mit dem "Birthing". Wenn Sie im Beutel bereits Pilze erkennen, ist es eigentlich schon fast zu spät. Drücken Sie lieber frühzeitig, also unmittelbar nach erfolgreicher Besiedelung, alle Luft heraus. Klappen Sie den oberen Teil des Beutels mitsamt Filterpatch über die Kultur, statt ihn abzuschneiden. Fixieren Sie das Ganze kräftig mit Klebeband. Luftlöcher und Höhlen sollten nicht verbleiben, dort fruchtet u.U. ungewollt der Pilz hinein. Öffnen Sie dann mit einem sauberen Hakenmesser den Beutel an einigen wenigen Stellen, an denen sich schon primordiales Wachstum zeigt oder ahnen lässt.
Der sofortige Umzug in den Fruchtungsraum mit sehr hoher Luftfeuchte, viel Frischluft, kühleren Temperaturen und Licht sagt dem Pilz dann, daß er loslegen soll... Klatschen Sie am Ende den Beutel leicht ab wie ein gerade geborenes Baby und wünschen Sie dem Pilz eine kräftige Nachkommenschaft.
Achtung: Pilz mit sehr hoher Sporenentwicklung!
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.