Buchenschüppling, Sorte: "Aurelia" Kulturform aus der BRD, Pholiota adiposa var. americanum⭐
Einer meiner absoluten Superstars! Der nahe Verwandte des Nameko kann viele schöne gleichgroße Fruchtkörper hervorbringen. Die weißen Schuppen geben dem Pilz ein attraktives "überzuckertes" Dekor. Gelungene Kulturen gelten nicht nur als absolute "Eye-Catcher", sondern auch als feine Delikatesse.
Sehr leichter Anbau auf verschiedenen Laubholzsubstraten. Stammbeimpfungen sind ebenfalls möglich. Lange Einwachs- und Reifephasen werden ausgeglichen durch genügsame und widerstandsfähige Kulturen.
Diese nur in Amerika vorkommende Variante erobert in Europa mehr und mehr die Herzen der Züchter und Feinschmecker. Fantastischer Geschmack, satte Performance, hoher Ertrag, absolut anfängertauglich.
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Buchenschüppling, Sorte: "Aurelia" Kulturform aus der BRD, Pholiota adiposa var. americanum⭐
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Kurzportrait
Name: Pholiota adiposa var. americanum, "Chestnut mushroom", Buchenschüppling
Die Anerkennung als Variante steht offiziell noch aus. Betrachten Sie bitte meine voreilige und laienhafte Zuordnung eher als Hinweis darauf, daß sich dieser amerikanische Stamm morphologisch und geschmacklich eindeutig von der in Europa wachsenden Variante unterscheidet.
Natürliches Vorkommen: Nordamerika.
Als Schwächeparasit und Zersetzer an Buchen.
Schwierigkeitsgrad im Anbau: 2 von 10. Im Prinzip brauchen Sie nur etwas Geduld.
Verfahren: Unsteril auf pasteurisierten Laubholzsubstraten oder auf Stammholz.
Steril auf angereicherten Laubholzsubstraten. Buche bevorzugt, jedoch nicht verpflichtend. Anbauparameter zur Sorte finden Sie unten.
Temperaturführung: Ganzjahressorte, Kühl/moderat/warm 10°-20°C
Fruchtung im Aussenbereich: August/September/Oktober.
Ertrag: Hohe Erträge, siehe Bilder. Bei mehreren Erntewellen über 200% BE möglich.
Speisewert: 8 von 10. Es gibt aber vereinzelte Berichte von Unverträglichkeiten.
Marktsituation: Frischpilze dieser Art werden in Deutschland nicht angeboten.
Die DGfM stuft die europäische Variante des Pilzes zurecht als ungenießbar ein.
Die amerikanische Variante gilt in den USA als Speisepilz, wird dort bereits
als Zuchtpilz angeboten und ist mittlerweile hoch nachgefragt.
Vitalwert: 8 von 10. Der Pilz produziert viele bioaktive Verbindungen, die aufgrund ihrer potenziellen medizinischen Eigenschaften von Interesse sind. Dazu gehören Methylgallat, ACE (Angiotensin 1-converting Enzyme), sowie verschiedene Polysaccharide mit potentiell antitumoralen und antioxidativen Eigenschaften.
Kulturlinie SE 108: Ein Strain aus einem namhaften US-Zuchtbetrieb, hier mehrfach genetisch verjüngt. Anders als bei europäischen Sorten erfolgt kaum Schleimbildung auf den Hüten, die Pilze entwickeln auch keine Bitterstoffe.
Bilder:
1+2: Bilder von vollreifen Kulturen, von Freunden und Kunden zur Verfügung gestellt. Danke an Bernhard Schnaitl und Steffen Noack für die Freigabe.
4: Nahaufnahme aus einer Petrischale. Der Pilz beweist seine unbedingte Fruchtungswilligkeit.
Produktdetails
Produkt # 10801: Petrischale 9 cm
Steril hergestellte Reinkultur, aus Urkultur mit definiertem generativen Status übertragen. Gewachsen auf 25 ml Vollmedium-Nährboden, aus hochwertigen Zutaten hergestellt. Extrasteife Ausführung mit erhöhtem Agar-Agar-Anteil, um eine Schnittfestigkeit auch nach langer Lagerung zu garantieren. Mehrfach mit Spezialfilm versiegelte und im Mikrofilterbeutel verschweißte Einmal-Petrischale aus Polystyrol.
Bei Versand nahezu vollständig oder vollständig besiedelt, frei von Kondenswasser und jeglicher Kontamination, dreifach hygienisch und bruchsicher verpackt. Im Lieferumfang enthalten sind zwei Verschlußstreifen aus Parafilm, mit denen Sie nach einer Entnahme des Myzels die Schale wieder zuverlässig versiegeln können.
Zur Beimpfung von Flüssignährböden, Körnerbrut, Dübeln oder anderen Vorkulturen. Auch zum Anlegen einer Langzeitkultur auf Schrägagar oder in sterilem Wasser bestens geeignet. Sie können damit auch ein sterilisiertes Endsubstrat beimpfen, allerdings wird die Besiedelung länger dauern als mit einem anderem Brutmaterial.
Zur Verarbeitung ist die Verwendung einer Impfbox, eines Bunsenbrenners
oder eines Flowhoods zur Bewahrung der Sterilität zwingend erforderlich.
Bei Lagerung um 2- 4°C ist die Kultur mind. 6 Monate haltbar. Lieferzeit: max. 28 Tage.
Produkt # 10803: Flüssigbrut 10 ml
Steril im Mini-Bioreaktor hergestellte Flüssig-Reinkultur auf Basis einer Vorkultur mit definiertem generativen Status und einer Nährlösung aus hochwertigen Rohstoffen. Mit verschiedenen Verfahren auf Reinheit geprüft.
Unter Laborbedingungen in hochwertige Einmalspritzen (Braun Omnifix) aufgezogen, mit fest eingeschraubtem Luer-Lock-Stopfen sicher verschlossen, hygienisch sicher im Ziplockbeutel verpackt. Dann sofort eisgekühlt, um den Stoffwechsel des Pilzes auszubremsen und ihn so in den Winterschlaf zu schicken. Die hohe Besiedelungsdichte der Nährlösung und die Frische garantieren ein schnelles Anwachsen. Eine mitunter leichte Eintrübung oder Verfärbung des Myzels ist verfahrensbedingt.
Zum Lieferumfang gehören ebenfalls:
2 Impfports zur einfachen Brutherstellung im Glas.
2 Alkoholtupfer zum evtl. Abreinigen des Impfports.
2 steril verpackte extradicke Kanülen (Marke Braun) zur leichten Verarbeitung.
2 steril verpackte Luer-Lock-Stopfen (Marke Fresenius) zum hygienischen Verschluss
1 Streifen Sterilisations-Indikatorband (Marke Rotolab)
Zur Beimpfung von Flüssig-, Körner-, Substrat- oder Dübelbrut auch ohne aufwändige Steriltechnik. Auch zur direkten Beimpfung eines sterilen Endsubstrats geeignet, rechnen Sie aber mit einer verlängerten Einbrutzeit.
Durch die spezielle Behandlung des Myzels während der Herstellung ist Flüssigmyzel extrem schlagkräftig und zur schnellen und einfachen Beimpfung von Bruten und Substraten aller Art gut geeignet. Zur Linienerhaltung sollten Sie aber besser eine echte Reinkultur heranziehen.
Eine Anleitung zur Verarbeitung meiner Flüssigbrut finden Sie hier...
Bei Lagerung um 2-4°C mind. 3 Monate haltbar. Lieferzeit max. 7 Tage
Produkt #10804: Körnerbrut 500 Gramm
Sie erhalten 500 Gramm (entsprechen aufgelockert etwa 750 ml) Körnerbrut auf Weizenbasis. Nach mehrstufiger Vorbehandlung abgefüllt in hochwertige Zuchtbeutel, nach der Vollsterilisation unter Laborbedingungen mit einer sehr jungen Vorkultur beimpft und kontrolliert eingebrütet, anschließend bei 4°C gekühlt.
Verwendung für alle unsterilen und sterilen Verfahren oder zur Gewinnung von mehr Brutmaterial durch das G2G-Verfahren. Geliefert im Original- Mikrofilterbeutel, sie erhalten keine umgefüllte Ware wie bei manchen anderen Händlern. Entfernen Sie die Seidenpapier- Umverpackung bitte unmittelbar nach Erhalt und verwahren Sie die Brut bis zur Verwendung im Kühlschrank auf.
Lockern Sie vor der Verimpfung den immer noch versiegelten Beutel durch vorsichtiges Kneten/ Massieren/ Schütteln so auf, daß alle Körner vereinzelt werden. Dieser Vorgang kann einige Minuten dauern, da durch die Bewegung des Beutels erst langsam die zum Mischen benötigte Luft durch den Filter einströmt. Desinfizieren Sie die Arbeitsfläche und ihre Hände vor und während des Vorgangs großzügig mit 70%igem Isopropanol. Sprühen Sie den Beutel und insbesondere den Filter erst NACH Auflockerung der Körner ab. Ein feuchter Filter lässt keinen Luftaustausch zu, dann kann die Auflockerung des Materials nicht funktionieren.
Ausreichend für etwa 5 Kg feuchtes, unsteril hergestelltes Substrat. Zur Verwendung bei sterilen Kulturen können Sie bei richtiger Arbeitsweise etwa 25 Kg feuchte Substratmasse beimpfen. Bei der Nutzung alsG2G-Brutmaterial gewinnen Sie etwa die zehnfache Menge.
Bei Lagerung von 2- 4°C mind. 1 Monat haltbar. Lieferzeit max. 28 Tage.
Wissenswertes
Allgemeines: Eine auch bei uns vorkommende Art, in der gängigen Literatur werden europäische Varianten wegen ihrer Bitterkeit zurecht nicht als Speisepilz empfohlen. Lebt als Zersetzer auf Totholz von Buchen. Man unterstellt der Art eine leichte parasitische Tendenz. Die genaue Abgrenzung zu anderen Pholiota-Arten wie P.aurivella ist schwer, manche Autoren ordnen P.adiposa diesem zu. Mittlerweile sortiert man P.nameko, P.aurivella, P.limonella und P.adiposa in eine kleine Gruppe, die untereinander die höchsten genetischen Übereinstimmungen haben. Amerikanische Varianten bilden in der Zucht keine Bitterkeit und machen nur minimal schleimende Hutoberflächen, wenn die Feuchtesteuerung nicht angepasst wird.
👨🍳Nach dem Erstgenuß dieser bei uns noch nicht als Frischpilz erhältlichen Art äußern sich viele Feinschmecker begeistert. Der leicht "pfeffrige" Abgang passt gut zu dem sonst eher milden Aroma. Manche Sterneköche schwören darauf, daß der Pilz bei Vollreife besser schmeckt als in jungem Zustand und benutzen besonders reife Pilze sogar in einer Beize für Braten von Wild. Auf jeden Fall verträgt sich der Pilz mit Kräutern, Knoblauch, Zwiebeln und Tomaten. Probieren Sie ihn zuerst einmal nur 8 Minuten in Butter geschmort, mit etwas Salz und Pfeffer.
Die DGfM führt die Pilzart allerdings nicht in seiner Positivliste. Tatsächlich unterscheidet sich die hier angebotene amerikanische Variante geschmacklich eindeutig von heimischen Wildfunden. Diese sind oft bitter, den schleimigen Hut empfinden viele als unattraktiv. Die amerikanische Variante ist nicht bitter, und nur dann minimal schleimig, wenn die Raumfeuchte vor der Ernte nicht abgesenkt wird.
Es gibt trotzdem einzelne Meldungen über Unverträglichkeiten, manche können sich auch einfach nicht mit dem Geschmack anfreunden. Einige empfehlen, den Pilz vor einer weiteren Verarbeitung erst kurz zu blanchieren, wobei das Kochwasser entsorgt werden soll. Als Koch schließe ich mich
der Empfehlung an.
⚠️ Probieren Sie generell alle Pilze, die bisher noch nicht verkostet haben, anfangs in kleinen Mengen, um eine individuelle Unverträglichkeit oder allergische Reaktionen auszuschließen. Viele Pilze, auch manche Zuchtpilze, sind in rohem Zustand schwer verdaulich und gelegentlich sogar richtig giftig, mache sogar TÖDLICH giftig. Ich rate generell vom Verzehr roher Pilze ab.
Zuchtverfahren: Wie auch sein Verwandter, der Nameko, geht der Buchenschüppling auf die meisten Laubholzsubstrate, Buche wird bevorzugt. Erfolgreiche Züchter berichten, daß sich auch Nadelholzpellets durchaus als Hauptzutat eignen. Einbruttemperatur: 22°-24°C, Dauer 18-24 Tage. Rechnen Sie mit einer Reifezeit von mindestens 6 Wochen, bis der Pilz sich genug Energie angefressen hat, um erfolgreich zu fruchten.
Alle bisherigen Versuche, den Pilz vorzeitig zur Fruchtung anzuregen, sind hier und bei befreundeten Züchtern fehlgeschlagen. Als einzige Ausnahme gilt der Versuch einer Freundin, bei dem die Kulturen mit einem Defribrillator elektrogeschockt wurden. Bei dem Versuch fruchteten derart behandelte Blöcke eine Woche früher als die unbehandelten Kontrollkulturen. Da nur wenige Einheiten derart geschockt wurden, kann man leider noch nicht von einer gesicherten Erkenntnis ausgehen,
trotzdem sind solche Verfahren natürlich sehr erforschungswürdig...
Braucht bei der Fruchtung zunächst hohe Feuchtewerte um 90% RLf, kommt aber besser mit Werten um 83-85% RLf zurecht, nachdem die Einzelpilze eine Hutbreite von 2 cm erreicht haben. Er braucht nur wenig Licht und fruchtet in einem breiten Temperaturspektrum von 10°C - 20°C. Der Pilz verträgt auch hohe Werte an CO² in der Umgebungsluft und gilt deshalb auch als geeignet für Setups, bei denen kein optimaler Luftaustausch möglich ist.
Zur Einleitung von Folgewellen schlagen Sie die Kultur erneut komplett ein. Die Pilzart ist recht resistent gegen nachträgliche Oberflächen-Verkeimung und reagiert wenige Wochen später nach einer evtl. Nachbefeuchtung mit der nächsten Fruchtung. Viele Züchter berichten von anhaltend hohen Erträgen bei 4 bis 5 Erntewellen.
Tricks und Kniffe: Schüpplinge kommen besser auf einem Substrat zurecht, welches nicht zu stark mit Zuschlägen versehen wurde. Verzichten Sie unbedingt auf hohe Zugaben von Weizenkleie, diese führt später unvermeidbar zu Grünschimmel. Mein Substrat für genügsame Totholz-Zersetzer
eignet sich perfekt für diese Pilzart.
Ein Pinset, bestehend aus mehreren schwarmartigen Vorstufen mit geeigneten Zwischenabständen, verspricht Höchstertrag bei einfacher Ernte. Dann bleiben die Pilze in etwa gleichgroß, das macht auch die spätere Verarbeitung leicht.
⚠️ Achtung: Fruchten Sie den Pilz nicht zusammen mit Kräuterseitlingen oder "Black Pearls" in einem Raum, Sporen von Pholiota-Arten wirken mutagen und lösen bei verschiedenen Pilzarten unnatürlich wirkende Verwachsungen aus.
Achtung: Pilz mit sehr hoher Sporenentwicklung!
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.