Kräuterseitling, Industriesorte, Kulturhybride BRD, Pleurotus eryngii var.⭐⭐
Dieser Pilz, der erst seit 20 Jahren aus deutscher Produktion verfügbar ist, gilt als exzellenter Speisepilz mit schönen und großen, schnittfesten Fruchtkörpern, die sich für viele Zubereitungsarten eignen.
Diese Sorte besitzt eine gute Resistenz gegen nachträgliche bakterielle Verkeimung und macht einen guten Ertrag. Leider sind Kräuterseitlinge keine idealen Anfängerpilze, sie sind deutlich empfindlicher als Austernseitlinge.
Hohe Feuchtewerte bei gleichzeitig guter Ventilation und hohem Luftaustausch sind für ein gutes Ergebnis essentiell. Geeignet für Hochbeet-Anlagen. Nicht geeignet zur Stammbeimpfung.
Preis enthält 7%MwSt.
Kräuterseitling, Industriesorte, Kulturhybride BRD, Pleurotus eryngii var.⭐⭐
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Kurzportrait
Name: Pleurotus eryngii, Kräuterseitling, King oyster, French horn, Trumpet royale
Natürliches Vorkommen: Mittelmeerraum, Parasit auf Laserkraut (Eryngii campestre)
Schwierigkeitsgrad im Anbau: 4 von 10.
Verfahren: Unsteril auf pasteurisierten Substraten auf Stroh-, Hanf- oder Laubholzbasis, steril auf mit Ölsaaten und Getreide angereicherten Schüttsubstraten. Stammbeimpfungen sind nur experimentell möglich (horizontales Vergraben), als klassischer Bodenbewohner schafft der Kräuterseitling es nicht, auf Stämmen zu fruchten, obwohl er auch in diese einwächst. Präzise Anbauparameter zu dieser Sorte finden Sie unten.
Temperaturführung: Kühl/ moderat (12-15°C)
Ertrag: bis 150% BE möglich.
Speisewert: 7 von 10
Marktsituation: Kräuterseitlinge erhalten Sie in Deutschland als Zuchtpilze verschiedener Herkunft. Koreanische oder chinesische Qualitäten gelten als akzeptabel und mit € 12.-/Kg als preiswert. Für ganz frische Bio-Qualität aus deutschen Landen müssen Sie etwa € 20.-/Kg hinblättern. Wildpilze aus Italien
sind manchmal in Süddeutschland erhältlich, rechnen Sie auch hier
mit saftigen Preisen.
Vitalwert: 6 von 10
Kulturlinie SE 117: Die Weiterentwicklung einer gängigen Kulturform aus Belgien.
Selektiert auf schnelle Besiedelungszeiten und Festfleischigkeit.
Bilder: Alle Fotos zeigen den originellen, ursprünglichen Stamm. Dank an die Bildautoren für die Bereitstellung ihrer Fotos: Richard Eibl (#3), Christian Leitgeb (#1)
Produktdetails
Produkt # 11701: Petrischale 9 cm
Steril hergestellte Reinkultur, aus Urkultur mit definiertem generativen Status (hier P-1) übertragen. Gewachsen auf 25 ml Vollmedium-Agar- Nährboden, individuell an die Bedürfnisse der Pilzart angepasst, nur aus hochwertigen Labor-Zutaten hergestellt. Extrasteife Ausführung mit erhöhtem Agar-Agar-Anteil, um ein Aufweichen des Bodens auch nach langer Lagerung zu verhindern. Mehrfach mit Spezialfilm versiegelte und im Mikrofilterbeutel verschweißte Einmal-Petrischale
aus Polystyrol.
Bei Versand nahezu vollständig oder vollständig besiedelt, frei von Kondenswasser und jeglicher Kontamination, dreifach hygienisch und bruchsicher verpackt. Im Lieferumfang enthalten sind
zwei Verschlußstreifen aus Parafilm, mit denen Sie nach der Entnahme des Myzels die Schale
wieder zuverlässig versiegeln können.
Zur Beimpfung von Flüssignährböden, Körnerbrut, Dübeln oder anderen Vorkulturen. Auch zum Anlegen einer Langzeitkultur auf Schrägagar oder in sterilem Wasser bestens geeignet. Sie können damit auch ein sterilisiertes Endsubstrat beimpfen, allerdings wird die Besiedelung länger dauern
als mit anderem Brutmaterial.
Zur Verarbeitung ist die Verwendung einer Impfbox, eines Bunsenbrenners
oder eines Flowhoods zur Bewahrung der Sterilität zwingend erforderlich.
Bei Lagerung um 2-4°C mind. 6 Monate haltbar, in der Praxis meist deutlich länger.
Lieferzeit max. 28 Tage.
Produkt # 11703: Flüssigbrut 10 ml
Steril im Mini-Bioreaktor hergestellte Flüssig-Reinkultur auf Basis einer Vorkultur mit definiertem generativen Status (hier: P-2) und einer Nährlösung aus hochwertigen pflanzlichen Rohstoffen.
Verwendet werden hier nur Bio-Zucker oder Bio-Extrakte aus Mais, Agave, Ahorn, Soja und Reis.
Durch ein neu entwickeltes Abscheideverfahren wird die Flüssigbrut stark aufkonzentriert,
ein deutlich höherer Myzelgehalt als marktüblich ist die Konsequenz. GMO-frei und vegan.
Mit verschiedenen Verfahren wiederholt auf Reinheit geprüft.
Die Myzellösung wird später unter Reinraum-Bedingungen in hochwertige Einmalspritzen
(Marke: Braun Omnifix) aufgezogen, mit fest eingeschraubten Luer-Lock-Stopfen (Marke: Fresenius)
verschlossen, hygienisch sicher im Ziplockbeutel verpackt und sofort stark gekühlt. Die hohe Besiedelungsdichte der Nährlösung garantiert ein schnelles Anwachsen, eine mitunter leichte Eintrübung ist verfahrensbedingt.
Zum Lieferumfang gehören ebenfalls:
- 2 Impfports zur einfachen Brutherstellung im Glas.
- 2 Alkoholtupfer zum evtl. Abreinigen des Impfports.
- 2 steril verpackte extradicke Kanülen zur leichten Verarbeitung.
- 2 steril verpackte Luer-Lock-Stopfen zum erneuten hygienischen Verschluss
- 1 Streifen Sterilisations-Indikatorband
Zur Beimpfung von Flüssig-, Körner-, Substrat- oder Dübelbrut auch ohne aufwändige Steriltechnik. Auch zur direkten Beimpfung eines sterilen Endsubstrats geeignet, rechnen Sie aber mit einer verlängerten Einbrutzeit.
Durch die spezielle Behandlung des Myzels während der Herstellung ist Flüssigmyzel extrem schlagkräftig und zur schnellen und einfachen Beimpfung von Bruten und Substraten aller Art gut geeignet. Zur Linienerhaltung sollten Sie aber besser eine echte Reinkultur heranziehen.
Eine Anleitung zur Verarbeitung meiner Flüssigbruten finden Sie hier...
Bei Lagerung um 2-4°C mind. 3 Monate haltbar, in der Praxis meist deutlich länger.
Lieferzeit max. 7 Tage
Produkt #11704: Körnerbrut 500 Gramm
Sie erhalten 500 Gramm (entsprechen aufgelockert etwa 750 ml) Körnerbrut auf Basis von Sorghum und Weizen. Nach mehrstufiger Vorbehandlung abgefüllt in hochwertige Zuchtbeutel, nach Vollsterilisation unter Laborbedingungen mit einer sehr jungen Vorkultur beimpft und
kontrolliert eingebrütet, anschließend bei 4°C gekühlt.
Verwendung für alle unsterilen und sterilen Verfahren oder zur Gewinnung von mehr Brutmaterial durch das G2G-Verfahren. Geliefert im Mikrofilterbeutel, eingewickelt in Seidenpapier. Bewahren Sie die Brut bis zur Verwendung im Kühlschrank auf. Lockern Sie vor der Verimpfung den immer noch versiegelten Beutel durch vorsichtiges Kneten/ Massieren/ Schütteln so auf, daß alle Körner vereinzelt werden. Dieser Vorgang kann einige Minuten dauern, da durch die Bewegung des Beutels erst langsam die zum Mischen benötigte Luft durch den Filter einströmt. Desinfizieren Sie den Beutel, die Arbeitsfläche und ihre Hände vor und während des Vorgangs großzügig mit 70%igem Isopropanol.
Ausreichend für etwa 2,5 Kg feuchtes, unsteril hergestelltes Substrat. Zur Verwendung bei sterilen Kulturen können Sie bei richtiger Arbeitsweise etwa 12 Kg feuchte Substratmasse beimpfen. Bei der Nutzung als G2G-Brutmaterial gewinnen Sie etwa die zehnfache Menge.
Bei Lagerung von 2- 4°C mind. 1 Monat haltbar, in der Praxis meist deutlich länger.
Lieferzeit max. 21 Tage.
Wissenswertes
Allgemeines:
Ein Pilz vom Mittelmeer, eigentlich ein Parasit. Er kann seine Lebensweise auf saprobiontisch umstellen und ist deshalb relativ leicht züchtbar.
Ein Pilz von hoher wirtschaftlicher Bedeutung, neben gutem Geschmack und Konsistenz spielt für den Handel die im Vergleich zu allen anderen Zuchtpilzen erheblich längere Lagerfähigkeit eine wichtige Rolle.
👨🍳 Persönlich halte ich den oft herangezogenen Vergleich zu Steinpilzen für übertrieben. Die hervorragende Konsistenz und die Größe der Pilze machen aber vielfältige Zubereitungsarten möglich. Versuchen Sie einmal, dicke Scheiben aus Längsschnitten auf dem Grill zuzubereiten. Marinaden mit z.B. Honig, Sesam, Sojasoße und feinen Nußölen werden 1 Stunde vor Zubereitung aufgestrichen, danach werden die Scheiben bei moderater Temperatur knusprig gegrillt.
Zuchtverfahren:
Beste Zuchterfolge erzielen Sie mit sterilen Substraten auf Buchenmehlbasis oder meinem Standardrezept für Kräuterseitlinge. Zuschläge aus Getreide, Kleie, Ölsaaten, Kaffee
und Luzerne haben sich bewährt.
Auch andere Substratmischungen, welche Stroh und/oder Hanf enthalten, funktionieren gut. Kräuterseitlinge sind Starkzehrer und profitieren im ersten Ernteschub von energiehaltigen Zuschlägen.
Die häufig von Verbrauchern höher eingeschätzten Fruchtkörper mit kleinem Hut und ausgeprägtem dicken Stiel erhalten Sie, wenn Sie den Frischluftaustausch reduzieren, um einen höheren CO²-Wert im Fruchtungsraum zu erhalten.
Trotzdem gilt der Kräuterseitling nicht als wirklicher Anfängerpilz. Er ist erheblich anfälliger gegen bakteriellen Befall und nicht so aggressiv wie z.B. der Austernseitling. Er benötigt eine Umgebung (Zelt, Minigewächshaus, etc.) mit gleichmäßig hohen Temperaturen, Feuchtewerten und echtem Luftaustausch.
CO-Fehler bei der Fruchtungseinleitung quittiert der Pilz mit ungleichmäßigem Pinset, zahlreichen Aborten oder "Monsterbildung".
Tricks und Kniffe:
Ohne ausreichende Möglichkeit, die Umgebungsluft der Kultur auf Feuchte- und CO²-Gehalt zu kontrollieren, bleiben Ihre Anbauversuche experimentell. Ein mechanisches Aufrauhen der Oberfläche von Beutel- oder Flaschenkulturen nach der Einbrut- und Reifephase ergibt ein gleichmäßigeres Fruchtungsbild. Die Aufbringung einer Deckerde (Casing) erleichtert dem Pilz den Schlupf und ist zur Einleitung von Folgewellen die Methode der Wahl.
Der Pilz profitiert von Luftbewegung im Raum, Profis verwenden Schwenkventilatoren,
um einem nachträglichen Schimmelbefall vorzubeugen. Bauen Sie den Pilz nicht zusammen mit Schüpplingsarten (Pholiota nameko, Pholiota adiposa) im selben Raum an. Sporen dieser Arten verträgt der Kräuterseitling nicht gut.
Achtung: Pilz mit hoher Sporenentwicklung!
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.