Allgemeines:
Ein tropischer weißfäuleerzeugender Stielporling, erstmals entdeckt auf den karibischen Jungferninseln. Die Art Pycnoporus gilt wegen seiner enormen Fähigkeit zur Laccase-Produktion als wichtiger Lieferant in industrieller Produktion. Die Pilze produzieren auch komplexe Kupfer- und Eisenmetalloenzyme, die an der chemischen Umwandlung aromatischer Verbindungen in Pflanzenzellwänden beteiligt sind.
Die sehr kleinen Poren (5-6 pro mm) erinnern tatsächlich an Trameten, die Bezeichnung "Blutrote Tramete" ist aber irreführend, es handelt sich um eine eigene Gattung. Eine sehr nahe Verwandte kommt auch bei uns vor, die "zinnoberrote Tramete" Pycnoporus cinnabarinus, die ebenfalls keine echte Tramete ist, gilt dem geübten Pilzsammler als willkommener Farbklecks im herbstlichen Wald, ihre Bedeutung als Antibiotikum wird aber noch oft unterschätzt.
Zahlreiche Stoffe, die die Pilzgattung produziert, werden hinsichtlich ihrer antibiotischen und anderen Wirkungen untersucht, die Ergebnisse sind vielversprechend. Der Pilz ist auch in der Lage, Schwermetalle aus wässrigen Lösungen herauszufiltern, die Liste der biotechnologisch potentiellen Anwendungen ist ellenlang.
Zuchtverfahren:
Eine unsterile Beimpfung von Stämmen von heimischer Hölzer ist leicht möglich. Der Pilz mag weicheres Hartholz wie Pappeln, Weiden, Eschen und Birken. Gute Zuchterfolge erzielen Sie bei Substratkulturen mit meinem Standardrezept für Holzzersetzer.
Einbrut bei 23°-25°C, 14-21 Tage, Kurze Ruhephase bei 18°C für 2 Wochen. Fruchtung bei 18°-26°C und 90-95% RLf, später 80% RLf. Lichtbedarf mäßig, 600 Lux reichen bereits. Zu starkes Licht lässt die Farbstoffe verbleichen.
Tricks und Kniffe:
Zur Anzucht bis zur Fruchtkörperreife gibt es bisher kaum Versuchsberichte. Für diesen Seitenfruchter empfiehlt sich die Anbringung von Schlitzen im Substratbeutel. Top-Fruiting wird nur experimentelle Ergebnisse liefern. Für Glaskulturen deshalb nur mäßig gut geeignet.
Stammkulturen gelten nicht als winterfest, Stämme müssen daher in Töpfe, kleine Fässer, Wannen, etc. verpflanzt und im Winter frostfrei gelagert werden.
Achtung: Pilz mit mäßig hoher Sporenentwicklung.
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.