Allgemeines:
Ein heimischer Pilz, inzwischen selten und bedroht, obwohl überall in Europa verbreitet. Der Pilz kann seine eigentlich parasitäre Lebensweise auf saprobiontisch umstellen und ist deshalb leicht züchtbar.
Die Wirkung auf das menschliche Gehirn und das Verdauungssystem sind Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Eine Freundin, die über längere Zeit Extrakte des Pilzes eingenommen hatte, sagte, sie könne sich seitdem "besser ausdrücken". Ein Satz, der jeden Neurologen und Therapeuten aufhorchen lässt.
👨🍳 Igelstachelbärte gelten als Delikatesse, wer sie einmal probiert hat, versteht das sofort. Manche vergleichen den Geschmack mit Hummern oder Krebsen, andere erinnert er an Haselnuss. In Amerika beliebt: "Crab cakes" aus fein zerrissenen Pilzen, gemischt mit etwas Ei, Panko und eventuell etwas Krebsfleisch, in Butterfett knusprig ausgebraten.
Zuchtverfahren:
Gute Zuchterfolge erzielen Sie auf meinem Standardrezept für Holzzersetzer. Besonders wichtig ist die Struktur des Substrats, es muß locker-fluffig sein und gut atmen können. Verwenden Sie nicht nur ganz feines, sondern auch mittelfeines Sägemehl, bevorzugt aus Buche. Igelstachelbärte können wie Austernpilze direkt nach der Besiedelung des Substrats in die Fruchtung gehen, sie brauchen keine Reifephase. Ein Kälteschock ist bei dieser Sorte vorgeschrieben.
- Einbrut: 22 - 25°C
- Primordienphase: 18 -24°C, 90-95% RLf
- Fruchtung: 15 - 20°C, 85-95% RLf, CO² 500-1000 ppm, Licht mind. 500 Lux/m²
Tricks und Kniffe:
Igel gelten als frech und voreilig und fruchten manchmal völlig unkontrollierbar. Mitunter schon auf der Petrischale, auf nur teilweise besiedeltem Endsubstrat oder in völliger Dunkelheit. Sie sind sehr empfindlich, was zu hohe CO²-Werte angeht und schalten manchmal zurück in den Vegetationsmodus, statt Fruchtkörper zu bilden, wenn die Werte eine kritische Marke überschreiten. Prüfen Sie früh genug, ob freigelegte Vorstufen wirklich bald Stacheln bilden. Unter falschen Bedingungen angebaut, können Igelstachelbärte allerlei Fehlformen entwickeln, die mitunter nur aus losem, weichen Luftmyzel ohne wirkliche Substanz bestehen.
Angestrebt sind nur einzelne Fruchtkörper auf dem Substrat, lassen sie der Kultur besser nur wenige Fruchtungsfenster, idealerweise nur Nadelstiche oder kleine Schnitte an Stellen, an denen bereits primordiales Wachstum zu erkennen ist, anstatt die Oberfläche unnötig zu exponieren.
Richtige Bärte erhalten sie, wenn der Pilz seitlich hängend ausfruchten kann. Beschweren Sie die Kultur dann bitte rechtzeitig mit einem Gewicht, damit sie nicht umfällt. Bei der Fruchtung nach oben erhalten sie kugelförmige Pilze mit schönen Locken, echte Pom-Poms oder "Affenköpfchen". Lassen sie die Igel nicht zu lange auf dem Substrat sitzen, solche Fruchtkörper schmecken oft bitterlich. Aus diesem Grund ist ein schneller Kulturverlauf vorteilhaft.
Fahren Sie 2 Tage vor der Ernte die Luftfeuchte auf etwa 80% herunter, damit die Pilze gut abtrocknen. "Nasse" Pilze bringen mehr Gewicht, sind aber lange nicht so gut lagerfähig und verlieren schneller an Geschmack.
Achtung: Pilz mit Sporenentwicklung.
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.