Königsknollenpilz, "King tuber" Herkunft: Österreich Pleurotus tuberregium⭐⭐
Dieser Großpilz aus der Familie der Seitlinge bildet im Substrat tennisballgroße knollenartige Überlagerungsformen, sogenannte Sklerotien, landläufig auch "Trüffel" genannt.
Man kann diese Knollen wie Frischpilze zubereiten oder sie in ein neues Substrat "verpflanzen". Im weiteren Verlauf wachsen dann frische Pilze heran.
Eine wärmeliebende Art mit großem gesundheitlichen Potential, außerdem recht lecker. Relativ leichter Anbau auf unsterilen und sterilen Substraten auf Holz/ Strohbasis.
Preis enthält 7%MwSt.
Königsknollenpilz, "King tuber" Herkunft: Österreich Pleurotus tuberregium⭐⭐
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Kurzportrait
Name: Pleurotus tuberregium, King tuber, Königsknollenpilz
Natürliches Vorkommen: Ursprünglich wohl Australasien, inzwischen über Asien nach Zentralafrika, teilweise bis nach Südeuropa verbreitet.
Schwierigkeitsgrad im Anbau: 2 von 10. Zum Anbau ist Wärme gefragt.
Verfahren: Unsteril auf pasteurisierten Laubholz-oder Strohsubstraten. Steril auf angereicherten Schüttsubstraten. Präzise Anbauparameter zur Sorte finden Sie weiter unten.
Temperaturführung: Warm/ sehr warm (20 -25°C)
Ertrag: 80% BE möglich.
Speisewert: 7 von 10
Marktsituation: Echte Fruchtkörper oder Sklerotien, ob gezüchtet oder aus Wildfunden, werden am deutschen Markt nicht angeboten. Die DGfM führt den Pilz nicht als Speisepilz.
Vitalwert: 7 von 10
Kulturlinie SE 134: Ein Strain aus dem Bestand einer kleinen, leider nicht mehr existierenden österreichischen Brutmanufaktur. Eigentliche Herkunft unbekannt, wahrscheinlich Zentralafrika.
Bilder:
Bild 1: Ein australischer Wildfund von Linda Reinhold, herzlichen Dank für die Freigabe des Fotos.
Bild 2: Die Sklerotien des Pilzes, Dank an die Duke University Herbarium Fungal Collection.
Bild 3: Eine Petrischalen-Kultur des Pilzes.
Produktdetails
Produkt # 13401: Petrischale 9 cm
Steril hergestellte Reinkultur, aus Urkultur mit definiertem generativen Status (hier P-3) übertragen. Gewachsen auf 25 ml Vollmedium-Agar- Nährboden, individuell an die Bedürfnisse der Pilzart angepasst, nur aus hochwertigen Labor-Zutaten hergestellt. Extrasteife Ausführung mit erhöhtem Agar-Agar-Anteil, um ein Aufweichen des Bodens auch nach langer Lagerung zu verhindern. Mehrfach mit Spezialfilm versiegelte und im Mikrofilterbeutel verschweißte Einmal-Petrischale
aus Polystyrol.
Bei Versand nahezu vollständig oder vollständig besiedelt, frei von Kondenswasser und jeglicher Kontamination, dreifach hygienisch und bruchsicher verpackt. Im Lieferumfang enthalten sind
zwei Verschlußstreifen aus Parafilm, mit denen Sie nach der Entnahme des Myzels die Schale
wieder zuverlässig versiegeln können.
Zur Beimpfung von Flüssignährböden, Körnerbrut, Dübeln oder anderen Vorkulturen. Auch zum Anlegen einer Langzeitkultur auf Schrägagar oder in sterilem Wasser bestens geeignet. Sie können damit auch ein sterilisiertes Endsubstrat beimpfen, allerdings wird die Besiedelung länger dauern
als mit anderem Brutmaterial.
Zur Verarbeitung ist die Verwendung einer Impfbox, eines Bunsenbrenners
oder eines Flowhoods zur Bewahrung der Sterilität zwingend erforderlich.
Bei Lagerung um 2-4°C mind. 6 Monate haltbar, in der Praxis meist deutlich länger.
Lieferzeit max. 28 Tage.
Produkt # 13403: Flüssigbrut 10 ml
Steril im Mini-Bioreaktor hergestellte Flüssig-Reinkultur auf Basis einer Vorkultur mit definiertem generativen Status und einer Nährlösung aus hochwertigen Rohstoffen. Mit verschiedenen
Verfahren auf Reinheit geprüft.
Unter Laborbedingungen in hochwertige Einmalspritzen (Braun Omnifix) aufgezogen, mit fest eingeschraubtem Luer-Lock-Stopfen sicher verschlossen, hygienisch sicher im Ziplockbeutel verpackt. Die hohe Besiedelungsdichte der Nährlösung und die Frische garantiert ein schnelles Anwachsen. Eine mitunter leichte Eintrübung oder Verfärbung des Myzels ist verfahrensbedingt.
Zum Lieferumfang gehören ebenfalls:
- 2 Impfports zur einfachen Brutherstellung im Glas.
- 2 Alkoholtupfer zum evtl. Abreinigen des Impfports.
- 2 steril verpackte extradicke Kanülen (Marke Braun) zur leichten Verarbeitung.
- 2 steril verpackte Luer-Lock-Stopfen (Marke Fresenius) zum hygienischen Verschluss
- 1 Streifen Sterilisations-Indikatorband (Marke Rotolab)
Zur Beimpfung von Flüssig-, Körner-, Substrat- oder Dübelbrut auch ohne aufwändige Steriltechnik. Auch zur direkten Beimpfung eines sterilen Endsubstrats geeignet, rechnen Sie aber mit einer deutlich verlängerten Einbrutzeit.
Durch die spezielle Behandlung des Myzels während der Herstellung ist Flüssigmyzel extrem schlagkräftig und zur schnellen und einfachen Beimpfung von Bruten und Substraten aller Art
gut geeignet. Zur Linienerhaltung sollten Sie aber besser eine echte Reinkultur auf Petrischale heranziehen.
Eine Anleitung zur Verarbeitung meiner Flüssigbrut finden Sie hier...
Bei Lagerung um 2-4°C mind. 3 Monate haltbar. (In der Praxis meist deutlich länger)
Lieferzeit max. 7 Tage
Wissenswertes
Allgemeines: Obwohl zur Gattung Pleurotus gehörig, hat dieser Pilz mit anderen Seitlingen wenig gemein. Er wurde früher unter den Sägeblättlingen geführt und hat tatsächlich auch mehr Ähnlichkeit mit Pilzen dieser Gattung. Der Pilz entwickelt große Fruchtkörper mit langem,
festen Stiel und trichterförmigen Hüten.
Die Besonderheit der Art: Sie bildet als Vorstufe zu den eigentlichen Fruchtkörpern sogenannte Sklerotien. Diese Knollen, oft auch als "Trüffel" bezeichnet, können direkt verzehrt oder aber
auch als Brutmaterial eingesetzt werden.
In Zentralafrika spielt der Pilz eine gewisse Rolle bei der Versorgung mit Frischpilzen. Dort gelten sowohl Sklerotien als auch Fruchtkörper als geschätzte Speise und werden in der Kräutermedizin vieler Stämme benutzt.
Leider wird der Pilz noch immer von einigen Autoren als "Tiger Milk mushroom" bezeichnet. Dieser Name ist jedoch dem ausschließlich im asiatischen Raum vorkommenden Porling Lignosus rhinocerus vorbehalten. Angeblich wurden Sklerotien des Königsknollenpilzes bereits im antiken Rom angeboten. Dort waren sie wohl in den pilzarmen Wintermonaten eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan. Leider lassen sich die Quellen nicht verifizieren.
👨🍳Die "Trüffel" dieser Art sind bei richtiger Kulturführung saftig, wohlschmeckend und sehr gesund. In Zuchtbeuteln gezüchtete Exemplare können die Größe eines Apfels erreichen und sollten vor der Zubereitung geschält werden.
Zuchtverfahren: Unsteril und steril auf pasteurisierten bzw. sterilisierten Substraten auf Laubholz/ Strohbasis mit entsprechender Supplementierung. Stroh aus Getreide, Hanf, Raps oder Lein, Laubholzspäne aus Buche oder Eiche. Verschiedene Zuschläge aus Getreide oder pflanzlichen Erzeugnissen (Abfälle von Hülsenfrüchten wie von Soja oder Erbsen), Leinsaat und Kaffeesatz erscheinen denkbar und erprobungswürdig..
Weitervermehrung über Getreidebrut ins Endsubstrat. Warme Einbrut von Körnern und späterem Substrat, warme Fruchtung. Komplett dunkle Kulturführung und luftfreie Gefässe sind angezeigt, wenn man nur die Trüffel ernten möchte. Der Pilz ist von der Geschwindigkeit auf Nährböden und Substraten her nicht mit anderen Seitlingen zu vergleichen, ist aber nicht wählerisch und aggressiv genug, um problemlos auch unsterile Substrate zu erobern.
Da noch keine eigenen Anbauversuche erfolgt sind, verweise ich auf dieses paper der Uni Lüttich aus dem Jahr 2019. Link... Erfolgreiche Anbauversuche von Hobbyisten finden sich auch in einschlägigen internationalen Pilzzuchtforen.
Tricks und Kniffe: Wenn Sie vor der Bildung von Fruchtkörpern die Sklerotien entnehmen, können Sie diese sogar ins feuchte Erdreich verpflanzen, aus dem schon bald neue Pilze sprießen werden, richtige Rahmenbedingungen vorausgesetzt.
Achtung: Pilz mit hoher Sporenentwicklung.
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.