Kulturträuschling rotbraun, Sorte: "Winnetuh", Wildfund BRD, Stropharia rugoso-annulata⭐
Ein attraktiver Pilz, der wirklich riesig werden kann. Perfekt zur Anlage einer flächigen Beetkultur im Außenbereich oder zur Beimpfung eines ganzen feuchten Strohballens geeignet. Der Anbau auf einem pasteurisierten Spezialsubstrat ist auch im Innenbereich möglich.
Ein Pilz mit gutem Geschmack, wenn er jung und knackig geerntet wird.
Sie erwerben einen neuen, schlagkräftigen Stamm aus hiesigem Wildfund. Eine Kultivierung auf Stämmen ist leider nicht möglich.
Preis enthält 7%MwSt.
Kulturträuschling rotbraun, Sorte: "Winnetuh", Wildfund BRD, Stropharia rugoso-annulata⭐
inkl. MwSt., zzgl. Versand
Kostenloser Versand für Bestellungen aus dem Inland ab 80 €
Lieferzeit 7 - 28 Werktage
Kurzportrait
Name: Stropharia rugoso-annulata, Riesenträuschling, Kulturträuschling, Gartengigant (Phantasiename), Wine cap (engl.). Die von geschäftstüchtigen Bruthändlern benutzte Bezeichnung "Braunkappe" ist traditionell dem Maronenröhrling vorbehalten und wird von seriösen Händlern nicht verwendet. Mein Sortenname "Winnetuh" ist als Reminiszens an eine alte DDR-Sorte zu verstehen, dort hieß der Pilz "Winnetou", leider ist der Stamm vom Markt verschwunden.
Natürliches Vorkommen: Moderate Regionen, nahezu weltweit verbreitet. Saprobiontischer Streuzersetzer, außerdem nematophag.
Schwierigkeitsgrad im Anbau: 2 von 10.
Verfahren: Unsteril als Beetkultur, indoor und outdoor. Oder auf pasteurisiertem Stroh in Eimer- oder Beutelkulturen. Beachten Sie bitte, daß der Pilz als Top-Fruiting-Sorte eingestuft ist, die bevorzugt an der oberen Oberfläche der Kultur fruchtet. Steril auf angereicherten Schüttsubstraten auf Kompost- Strohbasis. Indoor-Kulturen müssen zur Fruchtung mit einem Casing versehen werden. Anbauparameter für den Indooranbau finden Sie weiter unten.
Temperaturbereich: Im Innenanbau kühl/moderat/warm 10° - 20°C. Im Außenanbau fruchtet der Pilz abhängig von der Anlage der Kulturen, sommerliche, aber auch herbstliche Fruchtungen sind möglich.
Ertrag: abhängig vom Verfahren, 80% BE oder mehr möglich.
Speisewert: Junge, kleine Pilze gelten mir persönlich als delikat, ältere Exemplare entwickeln manchmal ein leichtes Rettich- oder Kartoffelkeller-Aroma. Von der DGfM wegen regelmäßig auftauchenden Berichten über Unverträglichkeiten nicht mehr als Speisepilz eingestuft.
Vitalwert: k.A.
Kulturlinie SE 172: Ein Wildfund aus 2024, Finderin /Bestimmerin: Sandra Bernhardt
Erstkultivator und Linienhalter: Felix Schimmeyer, Stadtpilze Hamburg
Ich danke beiden edlen Spendern!
Produktdetails
Produkt #17201: Petrischale 9 cm
Steril hergestellte Reinkultur, aus Urkultur mit definiertem generativen Status (hier P-1) übertragen. Gewachsen auf 25 ml Vollmedium-Agar- Nährboden, individuell an die Bedürfnisse der Pilzart angepasst, nur aus hochwertigen Labor-Zutaten hergestellt. Extrasteife Ausführung mit erhöhtem Agar-Agar-Anteil, um ein Aufweichen des Bodens auch nach langer Lagerung zu verhindern. Mehrfach mit Spezialfilm versiegelte und im Mikrofilterbeutel verschweißte Einmal-Petrischale
aus Polystyrol.
Bei Versand nahezu vollständig oder vollständig besiedelt, frei von Kondenswasser und jeglicher Kontamination, dreifach hygienisch und bruchsicher verpackt. Im Lieferumfang enthalten sind
zwei Verschlußstreifen aus Parafilm, mit denen Sie nach der Entnahme des Myzels die Schale
wieder zuverlässig versiegeln können.
Zur Beimpfung von Flüssignährböden, Körnerbrut oder anderen Vorkulturen. Auch zum Anlegen einer Langzeitkultur auf Schrägagar oder in sterilem Wasser bestens geeignet. Sie können damit auch ein sterilisiertes Endsubstrat beimpfen, allerdings wird die Besiedelung länger dauern als mit anderem Brutmaterial.
Zur Verarbeitung ist die Verwendung einer Impfbox, eines Bunsenbrenners
oder eines Flowhoods zur Bewahrung der Sterilität zwingend erforderlich.
Bei Lagerung um 2-4°C mind. 6 Monate haltbar. Lieferzeit max. 28 Tage.
Produkt #17203: Flüssigbrut 10ml
Steril im Bioreaktor hergestellte Flüssig-Reinkultur auf Basis einer Vorkultur mit definiertem generativen Status (hier: P-2) und einer Nährlösung aus hochwertigen pflanzlichen Rohstoffen.
Verwendet werden hier nur Bio-Zucker aus Mais, Agave, Ahorn und Reis.
Durch ein neu entwickeltes Abscheideverfahren wird die Flüssigbrut stark aufkonzentriert,
ein deutlich höherer Myzelgehalt als marktüblich ist die Konsequenz. GMO-frei und vegan.
Mit verschiedenen Verfahren wiederholt auf Reinheit geprüft.
Die Myzellösung wird später unter Reinraum-Bedingungen in hochwertigste Einmalspritzen
(Marke: Braun Omnifix) aufgezogen, mit fest eingeschraubten Luer-Lock-Stopfen
verschlossen, hygienisch sicher im Ziplockbeutel verpackt und sofort stark gekühlt. Die hohe Besiedelungsdichte der Nährlösung garantiert ein schnelles Anwachsen, eine mitunter leichte Eintrübung oder Verfärbung des Myzels ist verfahrens- oder artenbedingt.
Zum Lieferumfang gehören ebenfalls:
- 2 Impfports zur einfachen Brutherstellung im Glas.
- 2 Alkoholtupfer zum evtl. Abreinigen des Impfports.
- 2 steril verpackte extradicke Kanülen zur leichten Verarbeitung.
- 2 steril verpackte Luer-Lock-Stopfen zum erneuten hygienischen Verschluss.
- 1 Streifen Sterilisations-Indikatorband.
Zur Beimpfung von Flüssig-, Körner-, Substrat- oder Dübelbrut auch ohne aufwändige Steriltechnik. Auch zur direkten Beimpfung eines sterilen Endsubstrats geeignet, rechnen Sie aber mit einer verlängerten Einbrutzeit.
Durch die spezielle Behandlung des Myzels während der Herstellung ist Flüssigmyzel extrem schlagkräftig und zur schnellen und einfachen Beimpfung von Bruten und Substraten aller Art gut geeignet. Zur Linienerhaltung sollten Sie aber besser eine echte Reinkultur auf Petrischale heranziehen.
Eine Anleitung zur Verarbeitung meiner Flüssigbruten finden Sie hier...
Bei Lagerung um 2-4°C mind. 3 Monate haltbar. Lieferzeit max. 7 Tage
Wissenswertes
Allgemeines:
Obwohl der Riesenträuschling auch bei uns und in fast ganz Europa vorkommt, ist die Art möglicherweise aus der neuen Welt eingeschleppt worden.
Erste Versuche, den Pilz zu domestizieren, machte man in den Siebzigerjahren in Thüringen in der ehemaligen DDR. Mithilfe nordkoreanischer Spezialisten veredelte man einen Wildfund zu der später sehr beliebten Sorte "Winnetou".
👨🍳Der Pilz schmeckt gut, solange er jung und knackig ist. Die Behauptung eines Wettbewerbers, der Riesenträuschling sei "der Steinpilz unter den Zuchtpilzen", darf allerdings als Aussage bewertet werden, über die echte Pilzfreunde nur herzhaft lachen können. Schneiden Sie bei älteren Exemplaren mindestens 2/3 des Stiels ab (in getrocknetem Zustand immer noch ein sehr gutes Hühnerfutter) und braten Sie den Pilz bei großer Hitze. Pfanne nicht zu voll machen, es muss ordentlich zischen! Ich überglänze den Bratansatz nur noch kurz mit etwas Terriyaki-Sauce.
Kochen sollten Sie den Pilz nicht, ältere Exemplare werden dann sehr weich.
Bedenken Sie bitte, daß der Pilz in Deutschland nicht mehr als Speisepilz gilt, da bei der DGfM regelmäßig Meldungen über Unverträglichkeiten eingehen. Allerdings beziehen sich diese Meldungen meist auf Funde aus Parkanlagen oder von Ruderalplätzen.
Meine persönliche Interpretation, die auch von vielen DGfM' lern geteilt wird: Pilze, die auf Substraten wachsen, die aus Giftpflanzen bestehen, können tatsächlich signifikante Mengen
von Giftstoffen enthalten. Gifte werden von den Pilzen aber nicht direkt über die Verdauung aufgenommen. Bestes Beispiel: Der Fenchelseitling, der auf einer Giftpflanze parasitiert.
Bei einer Überwässerung des Substrats (Regen) können sich angetrocknete Pilze aber mit gelösten
Giftstoffen aus der Umgebung vollsaugen.
Meldungen über Unverträglichkeiten von jungen, auf einwandfreiem Substrat gezüchteten Pilzen liegen mir nicht vor. Probieren Sie trotzdem anfangs nur kleine Mengen.
Zuchtverfahren:
Unsteril im Außenbeet auf Stroh/Rindenmulch/Kompost oder ganzen Strohballen. Im Innenbereich auf pasteurisiertem Stroh oder auf fermentierten / pasteurisierten Stroh/Holz/Kompost - Substraten. Weitere Verfahren und Substrate sind denkbar und erforschungswürdig.
Träuschlinge gelten im Außenbereich als wenig anspruchsvoll und sehr leicht zu züchten. Sie gehören eher in die Reihe der bodenlebenden Streuzersetzer, und profitieren von einer gewissen natürlichen Bioaktivität im Substrat. Deshalb werden Substrate für die Indoorzucht nur pasteurisiert, um "freundliche", fruchtungsfördernde Bakterien nicht völlig zu eliminieren.
Die Pilze kommen mit einem breiten Temperaturspektrum von 10-20°C zurecht, brauchen nur mäßige Feuchtewerte um 80-85% RLf und wachsen auch in Dunkelheit. Beides sind Umstände, die dem Kulturträuschling in der DDR den Beinamen "Kartoffelkeller-Pilz" einbrachte.
Tricks und Kniffe:
Eine Deckerde im Außenbereich ist hilfreich, aber nicht unbedingt vorgeschrieben. Indoorkulturen in Beuteln müssen aber nach der Durchwachsung des Substrats zwingend mit einer Deckerde versehen werden.
Achtung: Pilz mit hoher Sporenentwicklung!
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.