Allgemeines:
Ein Pilz, der wegen seiner manchmal reichen Vorkommen jeden Sammler entzücken kann. Leider sind die Pilze auch bei Insekten sehr beliebt, Wildfunde sind oftmals hoffnungslos "infestiert".
Neueste phylogenetische Studien ergaben, daß der Pilz eher in die Abteilung Zwergrüblinge gehört. Von Zwergenwuchs ist zumindest bei dem angebotenen Strain nichts zu erkennen, die Hüte können bis zu 25 cm breit werden, Einzelpilze mit mehr als 250 Gramm Gewicht sind kein Sonderfall.
Die Art wird in Frankreich gern in alten Mergelhöhlen angebaut, für gute Qualitäten legt man dort genausoviel Geld auf den Tisch wie für Kräuterseitlinge.
👨🍳Die Art gilt in Westeuropa als Delikatesspilz allererster Ordnung. Verzichten Sie lieber auf raffinierte Zubereitungsmethoden, ein Übergaren oder längeres Verbleiben in einer Sauce quittiert der Pilz mit Aromaverlust.
Zuchtverfahren:
Als typischer Streuzersetzer idealerweise angebaut auf einem klassischen,
mittels 3-stufiger Heißrotte hergestelltem Champignonsubstrat mit leichtem Anteil an frischem pasteurisiertem Hächselstroh. Solch ein keimarmes Substrat herzustellen, überfordert viele Hobbyisten, weil das Heißrotte-Verfahren erst ab einer Mindestmenge funktioniert, die bereits einen Radlader zum Umstapeln des Haufens benötigt. Andere Kompostsubstrate, auch ohne Tierdung hergestellt, kann der Pilz zwar gut und sicher besiedeln, aber nur, wenn man es vorher entkeimt hat.
In der Praxis heißt das: Sie brauchen einen feinkrümelig gesiebten, nicht überlagerten oder überfeuchten Gartenkompost aus Laub, Grasschnitt und Küchenresten, vermischt mit 20-30% gröberen Strohhächseln und 20-30% getrockneter, gemahlener Pferdeäpfel, eingestellt auf etwa 65% Feuchte, dann entsprechend lange pasteurisiert oder sterilisiert, danach mit 25% Körnerbrut beimpft. Das Rezept ist nur beispielhaft, sicherlich sind auch andere Substrate auf Stroh-oder Kompost-Basis geeignet.
Das durchwachsene Substrat wird später aus dem Beutel entnommen und in saubere Wannen gepresst, mindestens 10 cm tief. Danach wird die zwingend benötigte Deckerde aufgebracht. (Auch diese Anwendung ist nur beispielhaft, verschiedene andere Verfahren dürften sich ebenfalls eignen)
- Einbrut: 20 -25°C
- Fruchtung: 12 -18°C
- Feuchte: 85- 90% RLf
- CO²: weniger als 1000 ppm
- Licht: 500-750 Lux/m²
Tricks und Kniffe:
Harnstoff in der Deckerde erhöht die Ertragsaussichten signifikant.
Achtung: Pilz mit hoher Sporenentwicklung.
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.