Zitronenseitling, Sorte: "Mellow Yellow", Herkunft: BRD, Pleurotus citrinopileatus⭐
Ein mittlerweile "nicht-mehr-ganz-so-exotischer" Seitling aus Nordostasien, nah verwandt mit dem rillstieligen Seitling. Bestens geeignet für Einsteiger. Gedeiht bei normalen Raumtemperaturen schnell auch auf einem einfachen Substrat aus Strohpellets. Eine fehlerverzeihende Pilzart mit aggressivem Wachstum.
Die satt gelben Trauben sind ein echter Hingucker, durch das büschelige Wachstum entsteht kaum Abfall in der Küche. Das Aroma des Pilzes erinnert eindeutig an Cashewnüsse. Der Gehalt an essentiellen Vitalstoffen macht den Zitronenseitling zu einem echten Superfood.
⚠️ Eine Zucht im Außenbereich kann wegen dem schwer invasiven Charakter der Art nicht mehr empfohlen werden. Bitte weichen Sie bei der Kultivierung im Garten auf heimische Arten aus, die andere Pilze nicht verdrängen.
Preis enthält 7%MwSt.
Zitronenseitling, Sorte: "Mellow Yellow", Herkunft: BRD, Pleurotus citrinopileatus⭐
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Kurzportrait
Name: Pleurotus citrinopileatus, Zitronen-Seitling, "Limonenseitling",
(Phantasie- und Handelsname), Golden oyster, Yellow oyster (engl.) Tamogitake (jap.)
Natürliches Vorkommen: Asien, Russland, Japan, Afrika, Südeuropa.
In Nordamerika durch Zuchtbetriebe eingeschleppt, dort mittlerweile regional
weit verbreitet. Der invasive Charakter der Art belegt die leichte Züchtbarkeit,
stellt gleichzeitig aber eine gehörige Gefahr für unsere heimischen Biotope dar.
⚠️ Diese aus Ostasien stammende Pilzart gilt als schwer invasiv und verdrängt die heimische Funga. Eine Zucht im Außenbereich kann aus Gründen des Naturschutzes nicht mehr empfohlen werden. Verhindern Sie die Ausbreitung der Sporen auch dann, wenn Sie indoors arbeiten können. Filtern Sie die Abluft, die Sie nach draußen entlassen. Entsorgen Sie Substrat- und Pilzreste unbedingt über den Hausmüll, nicht über den Kompost oder die grüne Biotonne.
Schwierigkeitsgrad im Anbau: sehr leicht
Verfahren: Unsteril auf pasteurisierten Laubholz-oder Strohsubstraten oder auf Stammholz.
Steril auf angereicherten Schüttsubstraten. Experimentell auf vielen Arten organischer Substanz. Präzise Anbauparameter finden Sie weiter unten.
Ertrag: bis 140% BE möglich.
Speisewert: 6 von 10.
Marktsituation: In Deutschland immer öfter als Zuchtpilz im Handel zu sehen, vornehmlich aus deutscher Kleinproduktion, aber auch aus italienischer und polnischer Großproduktion. Die Art gilt weger ihrer Brüchigkeit und der nur begrenzten Haltbarkeit als knifflige Handelsware. Verfügbare Qualitäten, selbst aus deutscher Produktion, genügen meinen eigenen Ansprüchen meist nicht.
Die DGfM führt die Art als Speisepilz.
Vitalwert: 10 von 10
Sonstiger Wert: Einsetzbar zur Gewinnung von Gold und anderen Edelmetallen
in Nanoform (Link auf Semantic Scholar)
Kulturlinie SE 110: Eine genetische Linie aus dem Bestand von Richard Eibl.
Geographischer Ursprung: Nordostasien
Bilder: Alle Fotos zeigen den originalen Strain. Dank an die Familie Eibl, Philip Rebensburg und Christian Leitgeb (Link auf einen Beitrag in einer Facebook-Gruppe) für die Fotos.
Produktdetails
Produkt # 11001: Petrischale 9 cm
Steril hergestellte Reinkultur, aus Urkultur mit definiertem generativen Status (P-1) übertragen. Gewachsen auf 25ml Vollmedium-Nährboden, aus hochwertigen Laboragars hergestellt. Extrasteife Ausführung mit erhöhtem Agar-Agar-Anteil, dadurch bleibt der Nährboden auch nach Jahren schnittfest. Mehrfach mit Spezialfilm versiegelte und im Mikrofilterbeutel verschweißte Einmal-Petrischale aus Polystyrol.
Bei Versand nahezu vollständig oder vollständig besiedelt, frei von Kondenswasser und jeglicher Kontamination, dreifach hygienisch und bruchsicher verpackt. Im Lieferumfang enthalten sind zwei Streifen Parafilm, mit denen Sie nach einer Entnahme des Myzels die Schale wieder zuverlässig versiegeln können.
Zur Beimpfung von Flüssignährböden, Körnerbrut, Dübeln oder anderen Vorkulturen. Auch zum Anlegen einer Langzeitkultur auf Schrägagar oder in sterilem Wasser bestens geeignet. Sie können damit auch ein sterilisiertes Endsubstrat beimpfen, allerdings wird die Besiedelung länger dauern als mit anderem Brutmaterial.
Zur Verarbeitung ist die Verwendung einer Impfbox, eines Bunsenbrenners
oder eines Flowhoods zur Bewahrung der Sterilität zwingend erforderlich.
Bei Lagerung um 2-4°C ist die Kultur mind. 6 Monate haltbar.
Produkt # 11003: Flüssigbrut 10 ml
Steril im Bioreaktor hergestellte Flüssig-Reinkultur auf Basis einer Vorkultur mit definiertem generativen Status und einer Nährlösung aus hochwertigen Rohstoffen in Bioqualität (Agave, Reis, Mais, Ahorn). Nebenrohstoffe wie Pepton oder Hefeextrakt in Laborqualität. Mit verschiedenen Verfahren auf Reinheit geprüft.
Unter Laborbedingungen in hochwertige Einmalspritzen (Braun Omnifix) aufgezogen, mit eingeschraubten Luer-Lock-Stopfen sicher verschlossen, hygienisch sicher im Ziplockbeutel verpackt und sofort gekühlt. Die hohe Besiedelungsdichte der Nährlösung garantiert ein
schnelles Anwachsen, eine mitunter leichte Eintrübung ist verfahrensbedingt.
Zum Lieferumfang gehören ebenfalls:
- 2 Impfports zur einfachen Brutherstellung im Glas.
- 2 Alkoholtupfer zum evtl. Abreinigen des Impfports.
- 2 steril verpackte extradicke Braun-Kanülen zur leichten Verarbeitung.
- 2 steril verpackte Luer-Lock-Stopfen zum erneuten hygienischen Verschluss
- 1 Streifen Sterilisations-Indikatorband
Zur Beimpfung von Flüssig-, Körner-, Substrat- oder Dübelbrut auch ohne aufwändige Steriltechnik. Auch zur direkten Beimpfung eines sterilen Endsubstrats geeignet, rechnen Sie aber mit einer verlängerten Einbrutzeit.
Durch die spezielle Behandlung des Myzels während der Herstellung ist Flüssigmyzel extrem schlagkräftig und zur schnellen und einfachen Beimpfung von Bruten und Substraten aller Art
gut geeignet. Zur Linienerhaltung sollten Sie besser eine echte Reinkultur auf Petrischale heranziehen.
Eine Anleitung zur Verarbeitung meiner Flüssigbrut finden Sie hier...
Bei Lagerung um 2-4°C mind. 3 Monate haltbar, Lieferzeit 7 Werktage
Produkt #11004: Körnerbrut 500 Gramm
Sie erhalten 500 Gramm (entsprechen aufgelockert etwa 750 ml) Körnerbrut auf Basis von Hirse, Sorghum und Weizen. Nach mehrstufiger Vorbehandlung abgefüllt in hochwertige Zuchtbeutel, nach der Vollsterilisation unter Laborbedingungen mit einer sehr jungen Vorkultur beimpft und kontrolliert eingebrütet, anschließend bei 4°C gekühlt.
Verwendung für alle unsterilen und sterilen Verfahren oder zur Gewinnung von mehr Brutmaterial durch das G2G-Verfahren. Geliefert im Mikrofilterbeutel, eingeschlagen in Seidenpapier. Entfernen Sie diese Umverpackung bitte unmittelbar nach Erhalt und verwahren Sie die Brut bis zur Verwendung im Kühlschrank auf.
Lockern Sie vor der Verimpfung den immer noch versiegelten Beutel durch vorsichtiges Kneten/ Massieren/ Schütteln so auf, daß alle Körner vereinzelt werden. Dieser Vorgang kann einige Minuten dauern, da durch die Bewegung des Beutels erst langsam die zum Mischen benötigte Luft durch den Filter einströmt. Desinfizieren Sie den Beutel, die Arbeitsfläche und ihre Hände vor und während des Vorgangs großzügig mit 70%igem Isopropanol.
Ausreichend für etwa 5 Kg feuchtes, unsteril hergestelltes Substrat. Zur Verimpfung in befeuchtete Strohballen empfehle ich mindestens 3 dieser Beutel. Zur Verwendung bei sterilen Kulturen können Sie bei richtiger Arbeitsweise etwa 25 Kg feuchte Substratmasse beimpfen. Bei der Nutzung als G2G-Brutmaterial gewinnen Sie etwa die zehnfache Menge.
Bei Lagerung von 2- 4°C mind. 1 Monat haltbar. Lieferzeit: 28 Tage
Wissenswertes
Allgemeines: Der Zitronenseitling lebt parasitär und saprobiontisch und ist deshalb leicht züchtbar. Die genetische Nähe zu gelb gefärbten Varianten des Rillstieligen Seitlings hat in den letzten Jahren für Konfusion gesorgt. Ich selber habe den Pilz bis zuletzt als Variante des rillstieligen Seitlings verkauft. Aber es ist eine eigene Art.
Der Pilz wird in wärmeren Gegenden als Ersatz für Austernseitlinge angebaut, weil er Hitze gut verträgt. Er wächst auf einer breiten Auswahl an Substraten. Geschmacklich und von der Struktur her kann er nicht ganz mit Austernpilzen mithalten. Die Trauben sind deutlich empfindlicher, die Einzelpilze zarter, sie brechen schnell. Die manchmal atemberaubende Geschwindigkeit, der hohe Ertrag und die leuchtend gelbe Farbe lassen diesen Fakt aber in den Hintergrund treten.
Mittlerweile ist bekannt, daß der Pilz vom Beta-Glucan-Gehalt her sogar den Mandelegerling übertrifft. Damit reiht er sich ein in die Liste der pilzlichen "Superfoods".
👨🍳 Obwohl der Geruch der Rohpilze nur an Weizenmehl erinnert, schmecken Limonenseitlinge tatsächlich ein wenig nach Cashewnüssen. Der angeblich zitronig-fruchtige Geschmack, den Ihnen manche Händler versprechen, ist ein dummdreister Werbegag.
Ich mag die Pilze am liebsten, wenn sie auf "klassische" Art mit Speck und Zwiebeln zubereitet werden, auch Knoblauch und Kräuter passen als Aromaverstärker. Sie eignen sich gut, um in der Pfanne oder im Wok sehr heiß und kurz gebraten zu werden, kochen sollten Sie den Pilz lieber nicht. Leider geht bei der Zubereitung die Farbe verloren. Bei vollreifen Exemplaren schneiden sie den Stiel besser weg, es sei denn, sie mögen etwas "Biss".
Zuchtverfahren: Gedeiht gut bei moderaten Zimmertemperaturen und "schiesst" regelrecht bei höheren Werten. Kommt auch auf überbrühten Strohpellets und anderen einfachen Substraten wie z.B. aus Altpapier zurecht. Fichtenholzpellets sind ebenfalls möglich, belassen Sie den Anteil aber bei höchstens 50% und ergänzen Sie mit Hartholz, Stroh und z.B. Sojaschalenpellets. Beste Qualität, sowohl optisch als auch kulinarisch und mit optimal hohem Nährstoffgehalt erreichen Sie mit einem sterilen Substrat auf Laubholzbasis und reichen Zuschlägen oder dem Einsatz von viel Körnerbrut. Hohe Erträge erzielen Sie auch auf Bohnenstroh, wie afrikanische Studien belegen. Stammkulturen auf Laubholz sind ebenfalls möglich. Obwohl offensichtlich wärmeliebend, überleben Stammkulturen selbst eiskalte Winterperioden.
Tricks und Kniffe: Wie alle Schwarmfruchter aus der Familie Pleurotus profitiert der Zitronenseitling von nur wenigen seitlichen Fruchtungsöffnungen im Substratgefäß. Aus diesen Stellen bilden sich zuerst blumenkohlartige Vorstufen, die noch von einer zarten Haut überzogen sind. Oft werden Reste dieses hauchfeinen Überzugs, der bei anderen Seitlingsarten sonst nicht so deutlich vorkommt, mit Schimmel verwechselt. In Bild #4 lässt sich bei Vergrößerung erkennen, was gemeint ist. Erst im nächsten Schritt entstehen aus dieser Blumenkohl-Vorstufe die büschelhaft wachsenden Fruchtkörper. Mitunter passiert die ganze Metamorphose über Nacht. Wo gestern Abend noch ein gelber Blumenkohl stand, sprießen heute Dutzende von Einzelpilzen.
In kälterer Umgebung etwas langsamer gewachsene Pilze schmecken besser und sind knackiger
als schnell in warmer Umgebung gewachsene Pilze. Der Pilz verträgt auch Hitzeperioden gut,
wenn er gut belüftet und befeuchtet wird. Er toleriert auch trockenere Umgebungen, sobald die Primordienphase überwunden ist. Vermeiden Sie aber grundsätzlich, die Kultur zu großflächig zu öffnen.
⚠️ Achtung: Pilz mit extrem hoher Sporenentwicklung !
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.
⚠️Diese aus Ostasien stammende Pilzart gilt als schwer invasiv und verdrängt die heimische Funga. Eine Zucht im Außenbereich kann aus Gründen des Naturschutzes nicht mehr empfohlen werden. Verhindern Sie die Ausbreitung der Sporen auch dann, wenn Sie indoors arbeiten können. Filtern Sie die Abluft, die Sie nach draußen entlassen. Entsorgen Sie Substrat- und Pilzreste nicht über den Kompost, sondern bitte über den Hausmüll.