Allgemeines:
Ein heimischer Winterpilz, dessen Fruchtkörper sogar Frost überstehen. In Japan der nach dem Shiitake am meisten angebaute Pilz, dort wird er gern als Suppenpilz benutzt. Üblicherweise müssen Enokis in moderat kalter Umgebung gefruchtet werden, diese Linie eignet sich aber auch für deutlich wärmere Umgebungen.
👨🍳 Samtfüße gelten als sehr gute Speisepilze. Die Größe der Pilzchen macht die Verarbeitung allerdings etwas schwer. Halten sie sich nicht lange mit Putzarbeiten wie bei Wildpilzen auf und verarbeiten sie die mit der Schere abgeschnittenen Pilze direkt weiter.
Mein persönlicher Tipp: Ein mit Röstaromen erzeugtes Relish aus gehackten Enoki, Zwiebeln, frischem Chili, einer Spur Knoblauch und einem aromatischem Öl. Mit ein paar Tropfen Balsamico und etwas braunem Zucker süß/sauer/scharf abgeschmeckt. Perfekt zu Grillfleisch oder einfach auf einer Scheibe gutem Röstbrot. Mir läuft beim Schreiben bereits das Wasser im Mund zusammen...
Zuchtverfahren:
Eine unsterile Beimpfung von Stämmen und Strünken von heimischen Hölzern ist leicht möglich. Der Pilz mag Pappeln, Weiden, Eschen und Birkenholz. Gute Zuchterfolge erzielen Sie indoors auf meinem Standardrezept für Holzzersetzer.
Schlanke Kulturgefäße, die sich später platzsparend aufstellen lassen, und aus denen die Pilze später nur oben herauswachsen, sind für Schwarmfruchter wie Enokis üblicherweise eine bessere Wahl als große Kulturbeutel mit vollständig exponierter Oberfläche. Diese Variante kann aber auch auf der Fläche Höchsterträge bringen.
- Einbrut bei 23°-25°C, 14-21 Tage
- Fruchtung bei 13°-22°C und 90-95% RLf.
- Lichtbedarf: gering, 300 Lux reichen bereits.
Tricks und Kniffe:
Die eingebrütete Kultur braucht anschließend eine 3-wöchige Reifephase bei 13 -15°C und profitiert von einem 24-Std.-Kälteschock bei 6-8°C, den Sie unmittelbar vor der Verbringung ins beleuchtete Zuchtzelt durchführen. Der Pilz benötigt für die Kultur in Flaschen oder Beuteln nur wenig Licht.
Samtfüße fruchten nicht nur an der Oberfläche, sondern auch an den Seiten. Idealerweise erlauben Sie nur die Bildung von 3-4 Einzelclustern und ermöglichen dem Pilz, weitere gezielte Folgewellen mit Einzelclustern zu produzieren. Einzelcluster lassen sich leichter ernten und bieten beim Weiterverkauf eine attraktive Einzeltraube statt dutzender Kleinpilze.
Achtung: Pilz mit mäßig hoher Sporenentwicklung.
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.