Allgemeines:
Ein Pilz aus den östlichen Wäldern des amerikanischen Kontinents. Die Art zählt zu der verzweigten Klade des Hericium-Komplexes, zu dem auch der Ästige Stachelbart und der Westliche Korallenigel gerechnet werden. Von allen verzweigten Stachelbärten bildet diese Art die längsten Stacheln und die größten Sporen.
👨🍳 Wie alle Stachelbärte ein gesuchter Edelpilz der Extraklasse. Ausgewiesene Sterneköche sprechen dem "Bolle" allerhöchstes Lob aus, das Aroma ist sehr stark, keine Spuren von Rettich-Tönen, keinerlei Bitterkeit. Auf scharfes Anbraten reagieren Stachelbärte aber empfindlich, eine Anwendung in Schmortöpfen oder Curries ist vorzuziehen. Die verzweigte Struktur ermöglicht auch ein kurzes Ausbacken in sehr heißem Fett. Ein Backteig wie für japanische Tempura oder indische Pakoras, aber auch der klassische Bierteig eignen sich bestens!
Zuchtverfahren:
Unsteril auf Stämmen oder pasteurisierten Substraten. Steril auf angereicherten Substraten aus Laubholz. Gut geeignet sind auch Fichtenheizpellets oder Heimtiereinstreu aus feinen Nadelholz-Hobelspänen. Reines Strohsubstrat wird vom Pilz nicht angenommen.
Einbrut bei 21-24°C, Fruchtung bei 18-24°C, anfangs hohen (90-95% RLf), später moderaten (80-85% RLf) Feuchtewerten und sehr hohem Luftaustausch. Angestrebter CO²-Maximalwert: 600 ppm. Geringer Lichtbedarf, 500-1000 Lux/m² gelten als ausreichend.
Lange Warte/Reifezeiten sind nicht erforderlich und meist sogar kontraproduktiv. Der Pilz fruchtet unmittelbar nach der Besiedelung des Substrats. Die strikte Einhaltung der Kulturparameter, speziell bei der Belüftung, ist notwendig, um Fruchtkörper mit einer natürlichen Wuchsform zu erzeugen. Stachelbärte eignen sich besser für gut belüftete Zelte, Kabinen oder Gewächshäuser, in kleinen Boxen mit unzureichendem Luftaustausch sind die Ergebnisse oft nur unbefriedigend.
Tricks und Kniffe:
Vermeiden Sie ein zu luftiges Substrat aus groben Anteilen, aber auch zu dichte Substrate aus zu feinem Sägemehl. Der Pilz braucht zwar ein relativ offenporiges Substrat, quittiert aber verbliebene Lufthöhlen gern, indem er dort hineinfruchtet, ein eher unerwünschter Effekt. Feines, mittelfeines und gröberes Sägemehl in Kombination liefert die besten Ergebnisse.
Angestrebt sind nur einzelne Fruchtkörper auf dem Substrat, lassen sie der Kultur besser nur wenige Fruchtungsfenster, idealerweise nur Nadelstiche oder kleine Schlitze an den Stellen, an denen bereits primordiales Wachstum zu erkennen ist.
Achtung: Pilz mit Sporenentwicklung.
Sporen dieses Pilzes können Beschwerden und Erkrankungen bei Mensch und Tier auslösen. Züchten Sie diesen Pilz besser nicht in Wohnräumen oder Stallungen. Halten sie zu Ihrer eigenen Sicherheit beim Anbau geeignete Schutzmaßnahmen ein und ernten sie den Pilz vor der Sporenbildung.